VIDEOS Weltcup Herren

Clarey – mit 40 in der Form seines Lebens

Living Legend Johan Clarey beendet die Kitzbühel-Abfahrt 2021 als Zweiter, nur 0,17 hinter der Abfahrt-König Beat Feuz.
Von Francesca Curtolo

skionline, Kitzbühel – Bei der Streif-Abfahrt auf dem Podium zu landen, ist legendär. Mit 40 Jahren auf der Streif Zweiter zu werden, ist „Science Fiction“. Die Hauptfigur ist Johan Clarey. Es ist aber keine Science-Fiction – es ist die 81. Auflage des Hannenkamm-Rennens Kitzbühel. „Ich bin mit 40 Jahren in der Form meines Lebens, es ist einfach unglaublich, ich weiß nicht, wie ich es erklären soll und ich hoffe, dass ich für den Rest der Saison und die Weltmeisterschaften so weitermachen kann“.

Clarey fuhr perfekte Linien, machte keine Fehler und war in den flachen Passagen unschlagbar: seine Zauberfüße sind seine Stärke und er fuhr fünf Intervalle lang die schnellste Zeit, noch vor Feuz. Nur 17 Hundertstel zu viel auf dem letzten Abschnitt und Clarey rutschte auf den zweiten Platz: „Beat (Feuz) ist den letzten Abschnitt unglaublich gut gefahren. Ich bin nur ein wenig enttäuscht, so knapp am ersten Platz vorbeigeschrammt zu sein, aber wenn man hinter dem besten Abfahrer der letzten fünf Jahre [Beat Feuz] liegt, ist das eine großartige Leistung und ich bin wirklich stolz darauf“, sagte der Franzose aus Annecy.

Clareys Woche hatte einen schwierigen Start. Er stürzte am Donnerstag beim Trainingslauf schwer, was seine Kitz Woche bedrohte. „Ich wusste nicht, ob ich am Freitag oder das ganze Wochenende fahren kann, also war ich einfach nur froh, dass ich die Rennen fahren konnte, und dass ich auf dem Podium stehe, hatte ich nicht erwartet“, sagte Clarey, der von dem zusätzlichen freien Tag (resultierend aus dem abgesagten Rennen am Samstag), mit der Physio und Muskelrelaxantien profitierte. „Heute habe ich im Vergleich zum Freitag keinen Druck gespürt. Ich war ruhig und entspannt“, sagte Clarey.

Clarey gab sein Weltcup-Debüt 2003 in Lake Louise, und in fast 20 Jahren auf der höchsten Rennstrecke sammelte er bis heute 8 Podiumsplätze. In den letzten drei Saisons zeigte er jedoch seine besten Leistungen und sammelte seine besten Ergebnisse, zu denen auch eine Silbermedaille bei den WM 2019 in Are im Super-G gehört. „Ich bin sehr stolz auf meine Karriere, auch wenn sie nicht den typischen Weg genommen hat.“

Clarey brach den Altersrekord auf der Piste der Pisten: auf der Streif. „Als Patrick Järbyn mit 39 Jahren auf dem Podium stand [bisher der älteste Mann auf dem Podium], dachte ich: das ist verrückt, in diesem Alter so schnell Ski fahren zu können.  Aber jetzt bin ich in der Lage, es selbst zu tun und es ist einfach verrückt“, sagte Clarey.

Skirennsport ist ein anstrengender Sport und bringt einen hektischen Lebensstil mit sich. „Es ist stressig, immer von zu Hause weg zu sein, aber wenn ich mich entscheiden muss, ob ich die Rennen zu Hause vor dem Fernseher verfolge oder selbst am Rennen teilnehme, entscheide ich mich für das Rennen.“

Wird dies sein letztes Jahr in Kitzbühel sein? „Nein, ich bin mir fast sicher, dass ich hierher zurückkommen werde. Ich fühle mich gut und bin in guter Form. Ich bin konkurrenzfähig“, anwortet Clarey. Nicht zu vergessen, dass ihm noch ein Weltcup-Sieg fehlt.

Video: skionline/Francesca Curtolo

Foto: skionline

 

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Elina Kalela

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