Olympics

Clement Noel siegt im olympischen Slalom vor Johannes Strolz

BEIJING, CHINA - FEBRUARY 16 : Johannes Strolz of team Austria wins the silver medal, Clement Noel of Team France wins the gold medal, Sebastian Foss-solevaag of Team Norway wins the bronze medal during the Olympic Games 2022, Men's Slalom on February 16, 2022 in Yanqing China. (Photo by Alain Grosclaude/Agence Zoom)

Zu Beginn der Saison hatte es danach ausgehen, als würde es die Slalomsaison des Clement Noel werden. Im Laufe der weiteren Rennen kam der Franzose etwas außer Tritt, fand aber genau zum heutigen olympischen Slalom wieder in die Spur. Er siegte 0,61 Sekunden vor dem Österreicher Johannes Strolz, zweifellos dem Überraschungsmann dieser Olympischen Spiele. An der dritten Stelle landete der norwegische Weltmeister des letzten Jahres, Sebastian Foss-Solevaag (+0.70). Angesichts der knappen Abstände nach dem ersten Durchgang erlebten die Zuseherinnen und Zuseher in den Morgenstunden mitteleuropäischer Zeit einen unfassbar spannenden letzten Lauf bei einem Einzelrennen der Herren an diesen Olympischen Spielen. Mit überlegener Laufbestzeit konnte sich Clement Noel als Sechster nach dem ersten Durchgang die Goldmedaille sichern. Johannes Strolz bewies als Halbzeitführender einmal mehr Nervenstärke und sicherte sich mit einer soliden Leistung Silber, nachdem vor ihm etliche Favoriten etwas gestrauchelt hatten. Für Sebastian Foss-Solevaag blieb die Bronzemedaille, knapp vor seinem Landsmann Henrik Kristoffersen, der nach dem ersten Lauf noch äußerst knapp hinter Strolz auf Platz zwei gelegen hatte.

„Es war schwierig, aber mein zweiter Durchgang war sehr gut“, meinte Clement Noel beim Interview mit dem ORF. Er ist unzweifelhaft ein würdiger Olympiasieger, der erste aus Frankreich seit Jean Pierre Vidal 2002. „Ich war schon im Training gut und hatte viel Selbstvertrauen“, erklärte der von seinen Emotionen sichtlich gezeichnete Franzose unter Tränen. Zufrieden zeigte sich Sebastian Foss-Solevaag mit seiner Bronzemedaille. „Mehr war heute nicht drinnen, sie sind einfach zu stark gefahren“, meinte er in Richtung seiner Konkurrenten. Er selbst habe den Sensationslauf von Noel am Bildschirm gesehen und sei am Start sehr nervös gewesen, erklärte der Norweger.

Nicht nur aus österreichischer Sicht waren alle Augen erneut auf Johannes Strolz gerichtet. Der Vorarlberger lieferte zweifellos die emotionale Geschichte dieser Olympischen Winterspiele. Vor Beginn der Saison hatter er sich überhaupt erst für den österreichischen Kader qualifizieren müssen, im wohl wichtigsten Rennen seiner Karriere, in dem die Ausscheidung stattgefunden hatte. Die Kanten seiner Ski präparierter der Warther auch vor dem Slalom selbst. „Jetzt sind wir medaillenmäßig bei Olympia gleichauf“, meinte er im Interview in Richtung seines Vaters Hubert Strolz, der 1988 bei den Olympischen Winterspielen in Calgary Gold in der Kombination und Silber im Riesenslalom gewonnen hatte. Unter Freudentränen kommentierte dieser wiederum bei einer Liveschaltung aus Warth seinen Stolz über die Leistung des Sohnes. ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober nannte die Geschichte das „Strolz-Märchen“, auch Cheftrainer Andreas Puelacher und Slalom-Trainer Marko Pfeifer zollten dem Vorarlberger Athleten höchsten Respekt.

Für die ÖSV-Teamkollegen von Johannes Strolz gab es beim olympischen Slalom nichts zu holen. Michael Matt war nach dem ersten Durchgang noch auf dem aussichtsreichen siebten Platz gelegen. Allerdings schied er nach einem Fahrfehler im Finale schon nach wenigen Toren aus. Nicht besser erging es Manuel Feller, der schon im ersten Durchgang ausschied und China ohne Ergebnis verlassen muss, nachdem er auch im Riesenslalom gescheitert war. „Wir stehen wieder auf, wie immer“, meinte der Tiroler. Marko Schwarz kam zwar in die Ergebnisliste, allerdings auf den für ihn enttäuschenden 17. Platz. Immerhin hatte er sich im Finale noch um acht Ränge verbessern können. Er sprach in seiner Bilanz der Winterspiele von einer „schweren Zeit“, der Blick sei aber nach vorne gerichtet.

Aus Schweizer Sicht gab es im Olympiaslalom gute Platzierungen, allerdings reichte es knapp nicht für eine Medaille. Einer solchen kam Loic Meillard am nächsten, er landete schließlich auf Platz fünf. Ob der Zehntelsekunde, die er hinter der Bronzemedaille lag, musste er im Ziel geströstet werden. Eine starke Leistung zeigte sein Teamkollege Daniel Yule vor allem im Finale. Er beendete das Rennen schließlich auf dem sechsten Platz. Ramon Zenhäusern, der in Pyeongchang vor vier Jahren noch Silber gewonnen hatte, landete heute auf Platz 12, sein Teamkollege Luca Aerni wurde 14.

Ein Teil der alpinen Skirennen wird am Samstag noch beim Teambewerb an den Start gehen. Dieser bildet aus alpiner Sicht den Schlusspunkt der Olympischen Winterspiele.

 

Foto: Agence Zoom

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Redaktion skionline

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