Geschichte

Denkmal für Gertrud Gabl in St. Anton am Arlberg

In der Skisaison 1968/69 war Gertrud Gabl die erste Gesamtweltcupsiegerin Österreichs. Bei den Herren siegte in diesem Jahr Karl Schranz in der Gesamtwertung des noch jungen Alpinen Skiweltcups. Beide Sportpersönlichkeiten stammten aus St. Anton am Arlberg. Bis heute ist es einzigartig geblieben, dass die beiden Gewinner des Gesamtweltcups aus dem selben Ort stammen. Im Gegensatz zu Karl Schranz, der heute in seiner Heimatgemeinde ein Hotel betreibt, konnte sich Gertrud Gabl nur kurz ihrer sportlichen Erfolge erfreuen. Im Alter von nur 28 Jahren verstarb sie bei einem Lawinenunglück. Nun hat die Gemeinde St. Anton die Sportlerin mit einem Denkmal geehrt, 50 Jahre nach ihrem größten Erfolg und 43 Jahre nach ihrem Unfalltod.

 

Gertrud Gabl entstammte einer Familie, die dem Skisport eng verbunden war. Sowohl ihr Vater Josef (Pepi) als auch ihr Onkel Franz waren Skirennläufer, wobei letzterer bei den Olympischen Winterspielen 1948 in St. Moritz die Silbermedaille gewann und später in die USA auswanderte. Seine Nichte fasste im Alter von nur 20 Jahren im Weltcup Fuß und feierte insgesamt sieben Weltcupsiege. In der Saison 1968/69 gewann sie nicht nur die prestigeträchtige Arlberg-Kandahar-Kombination in ihrem Heimatort St. Anton, sondern auch den Gesamtweltcup. In der folgenden Saison verpasste sie zweimal nur knapp eine Medaille bei den Weltmeisterschaften in Gröden. Ganz konnte sie an ihren Triumph im Gesamtweltcup aber nie mehr anschließen – und im Alter von nur 23 Jahren beendete sie ihre Karriere als Skirennläuferin.

 

Kurz nach der Beendigung ihrer Laufbahn als Sportlerin heiratete Gertrud Gabl einen deutschen Geschäftsmann. Bei einer Skitour am Rendl oberhalb von St. Anton wurde sie am 18. Jänner 1976 verschüttet. Mehr als eine Stunde später konnte sie nur noch tot geborgen werden. Ihr Cousin, der bekannte Meteorologe Karl Gabl, erinnerte sich vor rund zwei Wochen bei der Enthüllung des Denkmals für seine Cousine an diese dramatischen Momente. Der Lawinentod Gertruds habe sein Leben nachhaltig geprägt.

 

Die Erinnerung an Gertrud Gabl für die Nachwelt zu erhalten, sei das Ziel des vom Künstler Christian Moschen geschaffenen Denkmals und der Namensgebung eines Platzes bei der Rendl-Bahn, betonten Bürgermeister Helmut Mall und Josef Chodakowsky als Obmann des Skiclubs Arlberg anlässlich des Festakts. An diesem nahm auch Annemarie Moser-Pröll teil, die sich lebhaft an ihre einstige Teamkollegin Gertrud Gabl erinnert. Auch Karl Schranz und ihr einstiger Trainer Charly Kahr verneigten sich vor dem Denkmal der Sportlerin.

 

 

Quelle: Tourismusverband St. Anton, Tiroler Tageszeitung

Foto: Gemeinde St. Anton am Arlberg

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Redaktion skionline

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