Weltcup Herren

Es geht um mindestens 1,6 Millionen Euro – Henrik Kristoffersen im Clinch mit Verband

KRANJSKA GORA, SLOVENIA - MARCH 10: Henrik Kristoffersen of Norway competes during the Audi FIS Alpine Ski World Cup Men's Slalom on March 10, 2019 in Kranjska Gora Slovenia. (Photo by Hans Bezard/Agence Zoom)

Der norwegische Ski-Athlet Henrik Kristoffersen liegt mit seinem Verband im Clinch. Dabei geht es wohl um rund 1,6 Millionen Euro, die Kristoffersen als Schadensersatz vom norwegischen Skiverband haben möchte.

Brause Werbung contra Telenor

Ursache des teuren Streites ist das Verbot, dass der norwegische Skiverband Kristoffersen ausgesprochen hat. Er darf das Red Bull Logo nicht auf seinem Helm tragen, womit dem Aktiven wichtige Werbeeinnahmen eines Sponsors verloren gehen. Nach wie vor ist Telenor der Vereins-Sponsor, dessen Werbung auf dem Helm getragen werden muss. Die skandinavischen Ländern (Norwegen, Schweden, Finnland) sind fast die einzigen, wo die Athleten NICHT den Kopfsponsor für sich persönlich zur verfügung haben. Dieses sorgt ständig für Konflikte in der Umsetzung der individual Sponsoring-Konzepten der Brands.

Beliebtheitspunkte sammelt gerade Kristoffersen in seiner Heimat mit dieser Auseinandersetzung nicht. Gerade auch, weil er mit anwaltlicher Unterstützung und der seines Vaters jetzt gegen den eigenen Verband zu Felde zieht. Für Kristoffersen selbst speilt das jedoch keine Rolle, immerhin sieht er sich im Recht, auch wenn Telenor vertragsgemäss der Kopfsponsor ist. In der norwegischen Presse wird dem erfolgreichen Kristoffersen vorgeworfen, „er torpediere das Erfolgssystem“ und „sorge für böses Blut in der Mannschaft“.

Es geht um mehr, als nur Geld

Dass der Streit ums Geld nicht so schnell wird beigelegt werden hängt auch damit zusammen, dass der Hauptsponsor mindestens bis 2022 unter Vertrag ist. Entsprechend muss auch Henrik Kristoffersen den Telenor-Schriftzug am Helm tragen, was keinen Platz für die Red Bull Werbung lässt. Entsprechend macht Kristoffersen die von ihm bezifferten 1,6 Millionen Euro Einbussen, die er so nicht länger hinnehmen will.

In eine neue Runde ging die gerichtliche Auseinandersetzung am letzten Dienstag (19.03.2019) in Oslo. Dabei geht es Kristoffersen nach eigener Aussage nicht einfach nur ums Geld, sondern darum, auch die Privilegien geniessen zu können, die anderen Skifahrern zustehen. So durfte beispielsweise auch Svindal einen privaten Sponsor in der Helmwerbung tragen, bis kurz vor (sept 2018) er in den sportlichen Ruhestand ging. Kristoffersen ist der Meinung, dass ihn das Red Bull Sponsoren-Paket vor allem sportlich weiter nach vorn bringen kann. Das ist für ihn dann letzten Endes auch der Grund, in die Auseinandersetzung mit dem Skiverband zu gehen.

Kristoffersen ist Individualist

Dass Kristoffersen eine durchaus streitbare Persönlichkeit ist, führt immer wieder zu Unruhe in der norwegischen Mannschaft. Für ihn selbst ist das aber weniger wichtig, als der persönliche Erfolg, was gerade in solchen Individualsportarten durchaus nachvollziehbar erscheint. Der norwegische Skiverband mag sich dennoch nicht wirklich von Kristoffersen trennen, ist der doch einer der wichtigsten Erfolgsgaranten für den alpinen Skisport Norwegens und sorgt damit für wichtige Medienvisibilität auch für Telnor.

An insgesamt sechs Tagen will sich das Gericht in Oslo nun mit der Sachlage befassen, bevor es zu weiteren Entscheiden kommt. Dass sowohl Kristoffersen als auch der norwegische Skiverband stur an ihren Auffassungen festhalten, macht die Sache weder entspannter noch einfacher. Es wird also spannend bleiben, wie der Streit um die besten Sponsoren für die Mannschaft auf der einen Seite und einzelne Sportler auf der anderen Seite ausgehen wird.

Text: Skionline

Quellen: Krone.at, newsinenglish.no

Foto: Agence Zoom

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Redaktion skionline

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