Weltcup_Damen

Ex-aequo-Sieg von Vlhova und Brignone in Sestriere

SESTRIERE, ITALY - JANUARY 18 : Petra Vlhova of Slovakia and Federica Brignone of Italy take 1st place during the Audi FIS Alpine Ski World Cup Women's Giant Slalom on January 18, 2020 in Sestriere Italy. (Photo by Christophe Pallot/Agence Zoom)
Eine ungemein knappe Entscheidung hat der Damen-Riesentorlauf im Ski-Weltcup in Sestriere gebracht. Federica Brignone und Petra Vlhova teilten sich am Samstag den Sieg, als Dritte lag Mikaela Shiffrin nur eine Hundertstelsekunde hinter dem Duo aus Italien und der Slowakei. Als beste Österreicherin musste sich Katharina Liensberger mit Rang 17 begnügen.

Katharina Truppe und Anna Veith landeten auf den Rängen 27 und 28, die junge Julia Scheib schied im Finale aus. Andere hatten es nicht in die Entscheidung geschafft. Es war somit das schlechteste ÖSV-Abschneiden in einem Damen-Riesentorlauf seit fast drei Jahren. Beim Finale in Aspen im März 2017 war Michaela Kirchgasser als ÖSV-Beste auf den 20. Platz gefahren.

Lokalmatadorin Brignone freute sich davon unberührt über ihren 13. Sieg im Weltcup. „Es ist so knapp – drei innerhalb einer Hundertstel. Das ist so unglaublich“, meinte die 29-jährige, die durch das Heimpublikum durchaus Stress hatte, wie sie zugab. „Seit der Früh schreien alle nur ‚Fede, Fede, komm‘ Fede'“, berichtete sie im Interview mit dem ORF-Fernsehen. Das habe den erhofften Heimsieg nicht einfach gemacht.

„Ich habe nur probiert, fokussiert zu bleiben“, hatte Brignone schon nach ihrer Bestzeit im ersten Durchgang zugegeben. Zur Halbzeit hatte die gebürtige Mailänderin 14 Hundertstelsekunden vor Vlhova geführt, Shiffrin lag an vierter Stelle. Liensberger war schon da als nur 17. beste Österreicherin. Elisa Mörzinger, Franziska Gritsch, Eva-Maria Brem, Katharina Huber und Rosina Schneeberger landeten im Zwischenklassement jenseits der Top 30.

Für Vlhova war es bereits der zweite Sieg im Riesentorlauf, den sie mit einer Kollegin teilen musste. Im Februar 2019 war sie in Maribor mit Shiffrin ganz oben auf dem Podest gestanden. Diesmal reichte Shiffrin die Laufbestzeit im Finale nicht zum Erfolg – es wäre der 65. Sieg der US-Amerikanerin in Weltcup gewesen.

„Es war ein wirklich harter Riesentorlauf, denn ich habe gesehen, dass viele Mädchen sehr schnell gefahren sind“, sagte Vlhova über ihren zweiten Lauf, der nicht perfekt war. „Im Ziel habe ich die 0,01 Sekunden gesehen. Aber ich war so, so glücklich. Endlich bin ich am Podium, und dann auch noch der erste Platz. Es ist toll“, jubelte Vlhova.

Knapper war bei den Frauen bisher erst ein Riesentorlauf ausgegangen: 2002 waren die Österreicherin Nicole Hosp, die Slowenin Tina Maze und die Norwegerin Andrine Flemmen in Sölden zu dritt ganz oben auf dem Treppchen gestanden. 2006 teilten sich Michaela Dorfmeister, Lindsey Kildow (Vonn) und Nadia Styger im Super-G von Hafjell (NOR) den Sieg.

Shiffrin zeigte sich mit ihren zweiten Lauf zufrieden. „Das war viel besseres Skifahren als im ersten Durchgang. Ich hatte ein wirklich gutes Gefühl, aber ich wusste nicht, ob es reichen würde, um zu gewinnen“, erzählte die 24-Jährige aus Colorado. „Am Ende ist es Skifahren, und ich hatte schon viele Rennen, bei denen ich auf der richtigen Seite der Hundertstel war“, resümierte sie aber letztlich, ohne zu hadern.

Liensberger gelang in der Entscheidung keine Verbesserung ihrer Platzierung. „Es war auf jeden Fall mehr Kampfgeist“, erkannte die Vorarlbergerin aber dennoch etwas Positives. „Ich habe versucht, alles herauszuholen“. Das glückte zumindest im untersten Abschnitt.

„Sehr durchwachsen“, analysierte die Ex-Weltmeisterin Veith ihre beiden Läufe nüchtern. „Es ist heute einfach vom Untergrund, vom Ski, schwer zu spüren gewesen heute.“ Truppe konstatierte, bei ihr stimme es derzeit im Riesentorlauf generell nicht. „Zurzeit ist es nur Kampf und Krampf. Alles geht nach hinten los. Ich muss es anschauen“, meinte die Kärntnerin.

Beste Schweizerin war einmal mehr Wendy Holdener, was angesichts ihres dichten Rennprogramms beachtlich ist. Sie kam mit den Verhältnissen in Sestriere gut zurecht. Zwei solide Läufe bedeuteten am Ende den vierten Platz, ihr zweitbestes Resultat in einem Riesenslalom. Michelle Gisin fiel im zweiten Lauf noch um vier Ränge zurück und wurde 16. „Im Riesenslalom mache ich im Moment einen Lernprozess durch“, meinte sie im Interview mit dem Schweizer Fernsehen. Andrea Ellenberger und Lara Gut-Behrami konnten sich im Finale noch ein wenig steigern und landeten auf den Plätzen 21 und 23.

Der Frauen-Weltcup macht heuer zum ersten Mal seit drei Jahren in Sestriere Station. Am Sonntag findet in den piemontesischen Alpen noch ein Parallel-Riesentorlauf (Finale ab 11.45 Uhr) statt.

Quelle: APA

Foto: Agence Zoom

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Redaktion skionline

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