Weltcup_Damen

Federica Brignone gewinnt Kombination in Zauchensee

ZAUCHENSEE, AUSTRIA - JANUARY 12 : Wendy Holdener of Switzerland takes 2nd place, Federica Brignone of Italy takes 1st place, Marta Bassino of Italy takes 3rd place during the Audi FIS Alpine Ski World Cup Women's Alpine Combined on January 12, 2020 in Zauchensee Austria. (Photo by Hans Bezard/Agence Zoom)

Österreichs Skidamen haben auch im zweiten Zauchensee-Rennen keinen odestplatz geschafft. War das in der Abfahrt noch eine Riesen-Enttäuschung gewesen, war Platz vier für Ramona Siebenhofer am Sonntag in der Alpin-Kombination ein versöhnlicher Abschluss. Der Sieg ging an die Italienerin Federica Brignone, die 0,15 Sek vor Wendy Holdener einen weiteren Sieg für die Schweiz verhinderte.

Die bestbesetzte Damen-Kombination seit Jahren hatte es in sich. Italien-Coach Giovanni Feltrin hatte einen schnellen und tückischen Super-G ins Kälberloch gesetzt, der sogar viele der Topläuferinnen überforderte. So schieden gleich 16 der 47 Fahrerinnen aus, darunter die Topfavoritinnen Mikaela Shiffrin (USA) und Petra Vlhova (SVK), Abfahrts-Olympiasiegerin Sofia Goggia (ITA), Abfahrts-Weltmeisterin Ilka Stuhec (SLO), Kombi-Olympiasiegerin Michelle Gisin (SUI), Viktoria Rebensburg (GER) sowie auch Zauchensee-Titelverteidigern Marie-Michele Gagnon aus Kanada.

Bei Brignone ging die „Azzurri“-Rechnung hingegen auf. „Fede“ ging als Speed-Schnellste der neuen Startregel entsprechend auch mit Nummer eins in den Slalom. Die zweitbeste Zeit vor Holdener genügte, um ihren 12. Weltcupsieg einzufahren. Es war der dritte Kombi-Triumph in Folge für die immer mehr zur Spezialistin werdende Italienerin sowie der vierte insgesamt, aber der erste nicht in Crans-Montana. Mit vier Siegen in der Kombi nach neuem Format (ein
Slalomdurchgang) ist Brignone zusammen mit Maria Höfl-Riesch nun die zweiterfolgreichste Fahrerin im Weltcup hinter Lindsey Vonn.

„Ich habe zunächst nicht gedacht, dass es genügt“, gab Brignone zu. „Wendy war ja nur ganz knapp hinter mir.“ Slalom-Spezialistin und Kombi-Weltmeisterin Holdener war nach einem überraschenden dritten Platz im Super-G anfangs über Gesamtplatz zwei enttäuscht. „Ich hätte es nach dem grandiosen Super-G und den vielen Ausfälle eigentlich nach Hause bringen müssen. Wenn ich mir die Ausgangslage anschaue, ist es ein bisschen ein verlorener zweiter Platz.“ Brignone löste Vlhova als Weltcup-Zweite hinter Mikaela Shiffrin ab.

Die ÖSV-Damen verteidigten mit sechs Läuferinnen in den Top 30 auch ohne Podestplatz in Zauchensee ihre Führung in der Mannschaftswertung vor Italien erfolgreich. Etwas, das vor allem ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel mit Argusaugen verfolgt, liegt ma doch im Nationencup derzeit klar zurück.

Siebenhofer ging auf dem Zielhang der Abfahrt als Halbzeit-Vierte, Nina Ortlieb als Sechste und Elisabeth Reisinger als Achte in den Kombi-Slalom. Nur Siebenhofer konnte im Slalom aber ihren Platz halten und wurde hinter Brignone, Holdener und Marta Bassino (ITA) wie schon bei der WM Vierte. Reisinger (10.) schaffte es noch in die Top Ten, Ortlieb wurde 11. Ihre beste Saisonplatzierung stimmte Siebenhofer versöhnlich. „Ich habe es schon im Super-G vergeben. Im Slalom brauche ich halt immer zu lange, bis ich richtig drin bin. Zehn Tore mehr, und ich hätte Bassino gehabt“, war sich die Steirerin sicher.

Ein wenig habe sie nach den vielen Ausfällen natürlich mit einem Podestplatz spekuliert. „Aber zu einem Rennen gehören immer zwei Durchgänge. Und wenn man nicht riskiert, ist man eben nicht dabei“, sagte Siebenhofer. „Ein vierter Platz ist immer undankbar, vor allem daheim. Aber irgendwann wird es hoffentlich reichen.“

Zauchensee wurde am Sonntag wieder mit Kaiserwetter beglückt und brachte so das Jubiläums-Wochenende „40 Jahre Weltcup“ zu einem guten Ende. Nur am Samstag hatte Schlechtwetter geherrscht, was wie schon 2017 einen Start vom spektakulären Gamskogel verhindert hatte. „Das war definitiv ein Wermutstropfen“, resümierte der neue OK-Chef Michael Walchhofer.

Österreichs Ski-Damen waren in der Abfahrt bei krass veränderten Bedingungen am speziellen Druck eines Heimrennens klar am Podest-Ziel gescheitert. „Wir haben uns zusammengesetzt und analysiert. Wir gewinnen und verlieren zusammen. Für mich war halt besonders schiach, dass es eigentlich eine gute Leistung von mir war. Wenn du dann als Elfte im Ziel stehst, tut das weh“, beendete Speed-Speziaistin Siebenhofer das Kapitel Altenmarkt-Zauchensee
2020. Weiter geht es für ihre Teamkolleginnen ein Tal daneben am Dienstagabend mit dem Flutlichtslalom in Flachau.

Aus Schweizer Sicht verlief das Rennen durchwachsen. Neben Holdener konnte vor allem Nathalie Gröbli jubeln. Mit Rang 8 gab es für sie ihr mit Abstand bestes Resultat im Weltcup. Rahel Kopp wurde 17. Die drei anderen Schweizer Athletinnen waren alle schon im Super-G beim gleichen Tor ausgeschieden. Bitter war es vor allem für Michelle Gisin, die zu den Favoritinnen auf den Kombinationssieg gegolten hatte.

 

Quelle: APA
Foto: Agence Zoom