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Firma Kästle kehrt doch in den Alpinen-Skiweltcup zurück

Im vergangenen Herbst hat es noch zahlreiche Diskussionen rund um eine Rückkehr der Vorarlberger Firma Kästle in den alpinen Skiweltcup gegeben, die den Saisonstart von Katharina Liensberger verzögert hatten. Nunmehr scheint es in der kommenden Saison zu klappen. Die in Hohenems beheimatete Traditionsmarke, die vor fast 100 Jahren gegründet worden ist, wird offizieller Ausrüster beim Schweizer und beim Österreichischen Skiverband. Mit Cédric Noger und Mathias Graf konnten bereits die ersten beiden Athleten unter Vertrag genommen werden.

Über viele Jahrzehnte haben Athletinnen und Ahtleten, die auf Kästle-Skiern unterwegs waren, den Skiweltcup maßgeblich geprägt. Dazu zählten Vorarlberger wie die Olympiasieger Anita Wachter und Hubert Strolz, aber auch internationale Ahtleten – wobei Pirmin Zurbriggen viele Jahre das Aushängeschild war. Der bislang letzte Erfolg bei einem Großereignis gelang 1997, als der Norweger Tom Stiansen auf Kästle Slalom-Weltmeister wurde. Ein Jahr später verschwand die Skimarke relativ überraschend vom Markt.

Die Wiederbelebung begann in den späten 2000-er Jahren durch eine Investorengruppe. 2015 folgte die Rückkehr an den ursprünglichen Standort Hohenems. Zunächst vor allem in der Freeride-Szene aktiv, fasst Kästle seit rund einem Jahr wiederum im alpinen Skiweltcup Fuß. Die Erfolge von Adraina Jelinkova, die auf Kästle-Skiern den North America Cup im Riesenslalom gewann, sowie von Alain Zurbriggen, dem Sohm des einstigen Kästle-Fahrers Pirmin Zurbriggen, trugen maßgeblich dazu bei.

In den vergangenen Monaten wurden Gespräche mit dem Swiss Ski Pool geführt, wobei sich eine Zusammenarbeit für beide Seiten als interessant erwies. Ursprünglich sollte Kästle vor allem den Nachwuchs ausstatten. Mit Cédric Noger testete jedoch auch ein etablierter Riesenslalomläufer die Marke und entschied sich für einen Wechsel. Er wird zukünftig Markenbotschafter des Vorarlberger Skiausstatters in der Schweiz und auch international sein. In den letzten Wochen folgte auch die Einigung mit dem Austria Ski Pool für einen neuen Ausrüstervertrag. Mit dem Dornbirnber Mathias Graf hat auch schon ein österreichischer Athlet mit Weltcuperfahrung unterschrieben.

Kästle hat für sein Weltcup-Engagement Partnerschaften mit Marker im Bindungsbereich und Dalbello im Schuhbereich abgeschlossen. Allerdings gibt es noch keine Athleten die auch für den Schuh schon entscheidung getroffen hätte, bestätigt Rennchef Eric Wolf von Völkl, Dalbelle & Marker an skionline.

Neu ist, dass Lange als zweite Skischuhmarke die Kästle Athleten ab sofort unterstützt. Rossignol hatte noch im vergangenen Sommer die Kombination von Lange-Schuhen und Kästle-Skiern von Katharina Liensberger verboten, obwohl beide Marken schon damals zum ÖSV-Pool gehörten. Aufgrund der Ski-Schuh-Causa um Liensberger und der Hartnäckigkeit von Rosignol verpasste Austrias RS-Star Liensberger den Saisonstart in Sölden. „Die (Firma Kästle) werden jetzt wissen, dass sie sich um einen Schuh bemühen müssen. Ich nehme an, sie werden nächstes Jahr Schuhe haben“, prophezeite ÖSV-Präsident Schröcksnadel im Oktober 2019.

 

(Bild-)Quelle: www.kaestle.com

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Redaktion skionline

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