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HIRSCHER SCHLÄGT IM SCHLADMING-NACHTSLALOM ZURÜCK

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APA, CT – Marcel Hirscher hat beim Nachtslalom in Schladming zurückgeschlagen. Zwei Tage, nachdem er in Kitzbühel von Henrik Kristoffersen geschlagen worden war, setzte sich der Salzburger am Dienstag um 0,39 Sekunden vor seinem großen Rivalen durch. Mit seinem 54. Weltcupsieg egalisierte Hirscher zudem die österreichische Männer-Bestmarke von Hermann Maier.

Mehr als glücklich zeigte sich im SRF-Interview Daniel Yule, der innerhalb von zwei Tagen seinen zweiten Podestplatz feiern durfte. Mit 2,13 Sekunden Rückstand auf Hirscher belegte er den dritten Platz, nachdem er sich im Finale um drei Ränge verbessert hatte. „Für mich ist es unglaublich, der zweite Podestplatz innerhalb von zwei Tagen“, meinte ein strahlender Yule. „Natürlich kann nicht immer alles so rosig laufen, aber heute bin ich überglücklich.“ Respekt zollte er Marcel Hirscher angesichts dessen 54. Weltcupsieg. Und es sei unglaublich, erneut neben Kristoffersen und Hirscher auf dem Podium zu stehen. „Vor Olympia habe ich nun volles Selbstvertrauen getankt. Jetzt heißt es weiter trainieren“, meinte der Walliser abschließend.

Über gute Resultate durften sich auch die anderen beiden Schweizer Läufer freuen, welche die Qualifikation für den zweiten Durchgang geschafft hatten. Ramon Zenhäusern sagte zu seinem 13. Platz, dass er mit diesem zufrieden sei, nachdem es sein bestes Resultat in Schladming ist. Mit seiner Fahrt war er hingegen nicht völlig zufrieden, das Gelände komme seiner Fahrweise nicht so entgegen wie jenes in Kitzbühel und Wengen. Nicht ganz zufrieden mit seinem 14. Rang war auch Luca Aerni, der das Ergebnis als „ok“ bezeichnete. Vom Training wisse er, dass mehr drinnen wäre und er versuche immer, es auch im Rennen zu zeigen.

Von den übrigen österreichischen Startern gab Manuel Feller als Achter die beste Vorstellung ab. „Alles zwischen Platz vier und acht nehme ich in den Moment“, gab der Tiroler zu Protokoll. Teamkollege Hirscher ist für ihn „einer der größten, wenn nicht der größte Skifahrer aller Zeiten“. Der Halbzeit-Fünfte Matt rutschte wie Hirschbühl, der als Neunter klassiert war, kurz nach Start seines zweiten Laufs über den Innenski von der Strecke. Marco Schwarz belegte den elften Rang. Marc Digruber, der nach dem ersten Durchgang schon über drei Sekunden zurück lag, wurde 21.

Hirschbühl empfahl sich somit nicht für die Olympia-Entsendung durch das Österreichische Olympische Komitee (ÖOC). Der Vorarlberger verzeichnete nach Wengen und Kitzbühel den dritten Ausfall in Folge. „Es war viel glatter im zweiten Durchgang. Das habe ich ein bisschen falsch eingeschätzt“, befand er. „Olympia ist in weite Ferne gerückt. Das wird sich nicht ausgehen.“ Der Skiverband will bis kommenden Sonntag nachträglich noch einen Läufer nominieren. Aus welcher Disziplin dieser Mann kommt, ist noch offen. Mit Hirscher, Matt, Feller und Schwarz sind vier Slalomläufer bereits im Team für Südkorea. Vieles spricht dafür, dass es dabei bleibt.

Sowohl im Gesamtweltcup als auch in der Slalomwertung baute Marcel Hirscher den Vorsprung auf seinen jeweils ersten Verfolger aus Norwegen aus. Kristoffersen war im Ziel fuchsteufelswild, nachdem er bei der Fahrt bemerkt hatte, dass einzelne Zuschauer Schneebälle in seine Richtung geworfen hatten. Ob dieser groben Unsportlichkeit zeigte sich auch Hirscher enttäuscht, nachdem der Norweger ihm davon berichtet hatte. Allerdings gestand Kristoffersen auch sofort ein, dass Hirschers Fahrt die bessere gewesen sei.

Mit seinem Triumph im Schladming-Nachtslalom hat Skistar Marcel Hirscher die Hermann-Maier-Rekordmarke von 54 Weltcupsiegen eingestellt. Das nahm der Nagano-Doppelolympiasieger am Dienstagabend zum Anlass, Glückwünsche auszusprechen. „Auf diesem Weg darf ich Marcel meine Hochachtung aussprechen und gleich die Gelegenheit nützen, ihm schon jetzt herzlich zum 55. Sieg im Ski-Weltcup zu gratulieren!“

Weiters hieß es vonseiten Maiers: „Eine beeindruckende Marke, bei der ich allerdings immer überzeugt war, dass es sich nur um eine Zwischenstation handelt – auch aufgrund der Tatsache, dass mein Tatendrang seinerzeit nach nur vier Weltcup-Saisonen und knapp mehr als 40 Siegen an einem Sommertag abrupt gebremst worden ist.“ Maier spielte damit auf seinen Motorrad-Unfall am 24. August 2001 an.

Außerdem meinte der 45-Jährige: „Ich hoffe, dass Marcel weiterhin ungebremst, befreit, mit großer Freude und viele weitere Winter lang in seiner unnachahmlichen Weise zu neuen Rekorden fahren kann. 13 Siege und vier Weltcup-Kugeln in einer Saison – das sind Zahlen, die ich ihm jetzt absolut zutraue.“ Maier gelang dieses Kunststück in der Saison 2000/01.

An besagtem Sonntag steht für das Gros der Techniker in Garmisch-Partenkirchen ein Riesentorlauf auf dem Programm. Am 30. Jänner findet in Stockholm noch ein City Event statt, es ist das letzte Herren-Rennen vor den Olympischen Spielen in Pyeongchang. Gleich am Mittwoch geht es für die Österreicher aber mit dem Helikopter in die Bundeshauptstadt, wo die Einkleidung und später die Vereidigung der Olympia-Mannschaft durch Bundespräsident Alexander Van der Bellen anstanden.

Der Südtiroler Patrick Thaler beendete in Schladming mit seinem 173. Weltcup-Rennen seine Karriere. Der 39-Jährige hatte sich quasi selbst schon eliminiert, stieg jedoch zurück und wurde mit 17,3 Sekunden Rückstand noch als 58. und Letzter im ersten Durchgang gewertet. 2009 und 2014 hatte Thaler den dritten Platz beim Slalom im Kitzbühel erreicht.

Ergebnis

Foto: Agence Zoom

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Redaktion skionline

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