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Italien gegen die anderen – bittere Absage

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Die alpine Ski-Weltcupsaison 2019/20 geht ohne Saisonfinale in Szene. Der Italienische Wintersportverband (FISI) hat den für 18. bis 22. März angesetzten Abschluss in Cortina d’Ampezzo wegen der Ausbreitung des Coronavirus abgesagt. Der Weltcup geht damit nächste Woche für die Damen mit drei Rennen in
Åre und die Herren mit zwei in Kranjska Gora zu Ende.

Vorangegangen war der Entscheidung eine Abstimmung des FIS-Councils, in der sich alle Verbände außer Italien gegen eine Durchführung der Finalveranstaltung in Cortina ausgesprochen hatten. Der Vorschlag von FISI, dem Sportministerium, dem Nationalen Olympischen Komitee, der Region Venetien und der Gemeinde Cortina wäre gewesen, die Veranstaltung ohne Zuschauer durchzuführen. Die FIS gab am Freitag nach der Krisensitzung der FISI Zeit, die Veranstaltung selbst abzusagen, was noch am Freitagabend passierte. Die Absage wurde in Italien sofort kommuniziert, statt wie zuvor mit FIS vereinbart am Samstagmorgen: der Mangel an Krisenmanagement bei der FIS setzte sich bis zum bitteren Ende fort.

FISI-Präsident Flavio Roda bedauerte in einer Mitteilung auf der Verbands-Website die Absage, nicht zuletzt weil die wirtschaftlichen Folgen groß sind. Es wäre dies auch die Generalprobe für die Weltmeisterschaften 2021 gewesen.

Swiss-Ski kann den Entscheidung nachvollziehen: „Der heute von der FIS kommunizierte Entscheid hat uns nach den jüngsten Entwicklungen in Bezug auf das Coronavirus und die damit verbundenen Absagen in Norditalien bei anderen Sportarten nicht überrascht“, erklärte Bernhard Aregger, CEO von Swiss-Ski, in einem Pressesendung. „Unsere Athletinnen und Athleten sorgen mit ihren Topleistungen dafür, dass Swiss-Ski bei den Alpinen die beste Saison seit rund drei Jahrzehnten leben darf“, sagte Walter Reusser, Alpin-Direktor von Swiss-Ski und bedauert weiter: „Unser Team hätte eine grosse Bühne verdient gehabt“. Die Schweiz führt den Nationenwertung vor den letzten sieben Rennen und könnte es erstmals seit 1989 wieder gewinnen.

ÖSV-Herren-Rennsportleiter Andreas Puelacher hatte Freitagabend in Kvitfjell erklärt, dass „unsere Priorität die Gesundheit der Athleten und Betreuer“, und es die Präferenz des ÖSV und von Präsident Peter Schröcksnadel sei, „das Finale nicht in einem Gebiet zu fahren, wo Ansteckungsgefahr ist“.

Weil die im Hintergrund diskutierte Option, in Kvitfjell weitere Weltcuprennen für Herren und Damen (jeweils Speed) sowie in Åre für die Herren (Technik) durchzuführen, aus finanziellen Gründen nicht zu bewerkstelligen ist, geht der Weltcup nächste Woche zu Ende. Die Herren bestreiten in Slowenien Riesenslalom und Slalom, die Damen in Schweden je einen Parallelslalom, Riesentorlauf und Slalom.

Damit steht auch fest, dass bei den Herren die Abfahrtskugel bereits vor dem Rennen in Kvitfjell am Samstag an Beat Feuz geht, im Super-G, Riesenslalom und Slalom ist bei nun noch je einem Bewerb alles offen. Bei den Damen gehört die Super-G-Kugel Corinne Suter, womit sie als erste Dame nach der US-Amerikanerin Lindsey Vonn 2015 das Speed-Double holt. Die Entscheidungen im Riesenslalom, Slalom und Parallel fallen in Aare.

Der Super-G der Herren am Sonntag in Kvitfjell wird damit zu einem der wichtigsten in dieser Saison für den ÖSV. In SuperG-Cup-Führung liegt Mauro Caviezel mit 365 Punkte, Vincent Kriechmayr hat 3 Punkte weniger (362). Dahinter liegen der Norweger Aleksander Aamodt Kilde (336), der Österreicher Matthias Mayer (324) und mit Kjetil Jansrud (305) ein weiterer Norweger. Ziehen die Österreicher den Kürzeren, wird es die erste Weltcup-Saison ohne eine einzige Kristallkugel für den ÖSV seit 25 Jahren.

Quelle: APA
Foto: Agence Zoom

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Redaktion skionline

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