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Italiens Wintersportverband sagte Ski-Veranstaltungen ab

Italien_riegelt_Gegenden_ab_und_storniert_alle_Wintersportveranstaltungen_bis_Ende_Februar

Während in Deutschland Patienten gesund aus dem Krankenhaus entlassen werden, riegelt Italien Gegenden ab und stornieren Wintersportveranstaltungen. Die Ansteckungsgefahr ist dennoch gering.

Der Italienische Wintersportverband hat wegen der Coronavirus-Infektionen alle für diese Woche geplanten Wintersportveranstaltungen im ganzen Land gestoppt. Zuerst galt diese Maßnahme nur für die Regionen Lombardei und Venetien, wurde aber auf alle Gebiete ausgedehnt. Laut FISI muss der Internationale Skiverband (FIS) über eine mögliche Absage der Weltcuprennen der Ski-Damen in La Thuile entscheiden.

La Thuile liegt im Aostatal, das nicht zu den betroffenen Gebieten zählt. Gleichzeitig wurden diese Woche jedoch die Skirennen von FISI in der nicht betroffenen Region Südtirol wegen des Virus abgesagt.

Italiens Skiverband steht dazu in Kontakt mit der FIS, wie italienische Medien am Montag berichten. Auf dem Programm in La Thuile stehen ein Super-G und eine Kombination. Wegen des Coronavirus wurden heuer bereits die im Februar geplanten Herren-Speedrennen in Yanqing in China abgesagt und nach Saalbach-Hinterglemm verlegt.

Italien ist aktuell mit Abstand das Land mit den meisten erfassten Sars-CoV-2 Fällen in Europa. Widersprüchliche Aktionen auf beiden Seiten der Grenze zwischen Österreich und Italien haben zu unangenehmen Situationen bei den Reisenden Skiurlauber geführt. Ein Fehlalarm hatte am Sonntagabend den Zugverkehr zwischen Italien und Österreich über Stunden lahmgelegt. Zwei Eurocitys auf dem Weg von Venedig nach München wurden von Österreichs Behörden am Brenner gestoppt. Grund dafür war dass einer der Züge hatte zwei deutsche Frauen an Bord, die Fieber und starken Husten hatten. Sie wurden aber in Verona nach Angaben des österreichischen Innenministeriums negativ getestet. Danach konnten die 500 Passagiere nach München weiterfahren. Es ist bis heute nicht klar, was die Grundlage dafür war, dass Staats/Zugbeamte dem Einzelnen das Recht auf Reisen in der EU verweigern und ihn weiter zu medizinischen Tests zwingen können.

Italien ist heuer nochmals Schauplatz von Alpinskirennen. Das Weltcupfinale ist von 18. bis 22. März in Cortina d’Ampezzo, dem WM-Schauplatz von 2021, angesetzt. „Bis Mitte März werden wir sehen, wie sich die Situation entwickelt. Ich hoffe, dass sich die Lage bis dahin beruhig hat“, sagte Giovanni Malago, der Präsident des Italienischen Olympischen Komitees (CONI) zu RAI Sport.

In der weit überwiegenden Zahl der Fälle – der Gesundheitsbehörde in Deutschland zufolge mehr als 80 Prozent – zeigen Menschen, die sich mit dem Covid-19-Erreger angesteckt haben, nur milde Symptome. Die nahe München infizierten Deutschen zeigten keine oder kaum Symptome, sie galten nach zehn Tagen als nicht mehr ansteckend und immun – ihr Abwehrsystem kann also die Erreger fortan erkennen, Antikörper dagegen bilden und die Viren vernichten, sodass sie keine Gefahr mehr für die einst Infizierten darstellen. Warum die Infektion mal unmerklich, mal milde, aber in seltenen Fällen schwer verläuft und warum sie bei manchen Menschen den „Etagenwechsel“ von den oberen Atemwegen bis in die Lunge vollzieht, haben Forscher noch nicht geklärt. Diese Unberechenbarkeit der Viren ist es, die verlässliche Aussagen zur weiteren Ausbreitung wie auch zu konkreten Risikoabschätzungen für die kommende Rennen so schwer machen. Es wäre allerdings schwer zu verstehen, dass einige Skirennen stattfinden könnten und andere nicht – es muss eine nachvollziehbare Entscheidungslogik geben.

Quelle: APA, Süddeutsche Zeitung

Foto: Agence Zoom

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Elina Kalela

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