Weltcup_Damen

Lara Gut-Behrami gewinnt die Heim-Abfahrt in Crans Montana

Heim-Doppelerfolg_für_die_Schweiz_in_Crans_Montana

Die erste Damen-Weltcupfahrt in Crans-Montana hat einen Heim-Doppelerfolg für die Schweiz gebracht. Hinter Siegerin Lara Gut-Behrami und Corinne Suter (2.) wurde Stephanie Venier am Freitag Dritte. Für Gut-Behrami war der 25. Weltcup-Sieg der erste seit über zwei Jahren.

Das Rennen in Crans war wie so oft geprägt von einer wegen starker Sonneneinstrahlung aufweichenden Piste. Immer wieder rutschten Soldaten auf Ski mit ihren skurrilen Brezelsalz-Gebläsen über die Strecke. Trotzdem musste die Abfahrt nach einem Sturz der Österreicherin Elisabeth Reisinger lange unterbrochen werden. Die Europacup-Gesamtsiegerin aus Oberösterreich, zuletzt in Garmisch und Bansko jeweils beste ÖSV-Abfahrerin, wurde mit Schmerzen im linken Knie vom Notarzt-Hubschrauber zur Untersuchung nach Sion geflogen. Reisinger zog sich einen Kreuzbandriss zu und sie fällt damit die restliche Saison aus. Sie wird in kommende Tag in Österreich operiert.  Für die Oberösterreicherin ist es nicht die erste schwere Verletzung. 2014 hatte die Mühlviertlerin einen Schien- und Wadenbeinbruch erlitten, 2016 einen Kreuzbandriss.

Auf dem Sonnenhang im Wallis sind vordere Startnummern grundsätzlich ein Vorteil. Trotzdem schaffte es Gut-Behrami mit der 18 ganz nach vorne, mit acht Zehnteln vor Suter fiel der erste Abfahrtssieg seit über drei Jahren der nach ihrer Heirat mit dem Fußballer Valon Behrami (2018) mancherorts schon abgeschriebenen Gesamt-Weltcupsiegerin von 2015/16 sogar deutlich aus. „Wenn die Lockerheit wieder da ist und sich das Skifahren leicht anfühlt, ist man gleich wieder schnell“, meinte die 28-jährige Tessinerin. „Ich spüre schon seit Wochen, dass vieles wieder zusammenkommt. Jetzt bin ich im Rennen nicht mehr am Überlegen, sondern am Skifahren.“

Dass ausgerechnet beim Heimrennen eine Schweizerin einer anderen Eidgenossin den Sieg wegschnappte konnte nicht verhindern, dass Suter nun am Samstag erstmals und vorzeitig die Abfahrts-Weltcupkugel gewinnen kann. Bei 120 Punkten Vorsprung auf Ester Ledecka kann die Zauchensee-Siegerin Suter nach fünf Podestplätzen schon vor dem Finale alles klar machen. Corinne Suter wäre die erste Abfahrts-Weltcupsiegerin aus der Schweiz seit Chantal Bournissen 1991.

Für Venier war es der erste Podestplatz seit Platz drei Anfang Dezember in Lake Louise. „Ich hatte zwar wieder Fehler, die haben mich aber schneller gemacht“, meinte die Tirolerin über ihren Befreiungsschlag. „Mit Platz drei muss man zufrieden sein. Morgen muss ich oben sauberer fahren und vor dem Ziel etwas direkter. Dann schaut es gut aus“, glaubt die Vizeweltmeisterin von 2017.

Positiv aus Sicht der Schweizer Mannschaft war neben Gut-Behrami und Suter vor allem auch Joana Hählen, die Siebte wurde. Wendy Holdener (17.) und Priska Nufer (20.) komplettierten ein tolles Ergebnis mit fünf Top 20 Plätzen. Nur Juliana Suter verpasste als 33. knapp Weltcuppunkte. Jasmine Flury und Michelle Gisin schieden aus. Für Gisin läuft es derzeit in den technischen Disziplinen besser als in der Abfahrt, wo sie allerdings schon morgen eine Leistungssteigerung schaffen könnte.

Die Crans-Originalabfahrt am Samstag beginnt um 10.30 und damit eine halbe Stunde später. Trotz der Höhenlage ist beim WM-Kandidat daher erneut mit schwierigen Pistenverhältnissen zu rechnen. Die wegen ihrer Familien-Tragödie weiterhin fehlende Mikaela Shiffrin hat in der Gesamtwertung nur noch 77 Punkte Vorsprung auf die Tages-Siebente Federica Brignone (ITA) und 104 auf die slowakische Technik-Spezialistin Petra Vlhova, die am Freitag als Abfahrts-Vierte überraschte. Shiffrin trainiert zwar in den USA, ihre Rückkehr ist nach dem unerwarteten Ableben ihres Vaters aber weiter offen.

Quelle: APA
Foto: Agence Zoom

Über den Autor

Redaktion skionline

Feedback

Hier klicken und einen Kommentar hinzufügen

zwölf + 11 =