Weltcup Herren

Lauberhornrennens Defizit teilweise ausgeglichen – Verhandlungen gehen weiter

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Am Wochenende wurde Swiss-Ski darüber in Kenntnis gesetzt, dass der Unternehmer und Swiss-Ski Gönner Jörg Moser dem Skiverband eine Spende über 300’000 Franken zukommen lässt, um die Lauberhornrennen in Wengen zu unterstützen. Der Betrag entspricht in etwa dem strukturellen Defizit einer Austragung des Weltcups in Wengen. Entsprechend ermöglicht die Spende, Zeit zu gewinnen, um die Verhandlungen zu einem guten Ende zu bringen und so jenen Antrag zurückzuziehen, den Swiss-Ski im FIS Weltcup-Komitee am vergangenen Mittwoch gestellt hatte – nämlich Wengen im Langzeitkalender der FIS durch den Platzhalter „SUI“ (Schweiz) zu ersetzen.

Im Kontext seines Drei-Punkte-Plans als Lösungsansatz im Hinblick auf die künftige Finanzierung der Rennen am Lauberhorn hat Swiss-Ski überdies viele positive Signale aus der Politik erhalten. Verschiedene Berner Politiker gaben Swiss-Ski gegenüber ein starkes Commitment ab. Der am vergangenen Freitag präsentierte Drei-Punkte-Plan von Swiss-Ski sieht als zweite Stufe nach einer Optimierung der Vermarktung der Lauberhornrennen vor, dass die Berner Weltcups eine stärkere Unterstützung durch die öffentliche Hand erfahren sollen. Analysen von Swiss-Ski hatten ergeben, dass die Berner Weltcup-Veranstalter – also auch jene in Adelboden – von der öffentlichen Hand viel weniger unterstützt werden als jene im Wallis und Graubünden. Darüber hat Urs Lehmann in einem Interview mit skionline am Anfang Mai erzählt (Après-Ski Podcast/Urs Lehmann im Interview/ 27:00)

Als sehr starkes Zeichen wertet Swiss-Ski insbesondere das Engagement von Bundesrätin Viola Amherd. Die Sportministerin empfängt am kommenden Donnerstag, 28. Mai 2020, Swiss-Ski Präsident Urs Lehmann und Wengens OK-Präsident Urs Näpflin zu einem gemeinsamen Treffen. Der Verband geht aufgrund der vielen positiven Rückmeldungen davon aus, dass in der kommenden Woche der am Freitag erläuterte Drei-Punkte-Plan umgesetzt werden kann. Nach der Präsentation dieses Lösungsansatzes hatte sich Wengens OK-Präsident Urs Näpflin in den Medien klar dahingehend geäussert, dass aufgrund dieses Drei-Punkte-Plans in der kommenden Woche eine Lösung gefunden wird.

Trotz des Rückzugs des Antrags, Wengen im Long-Term-Kalender der FIS durch „SUI“ zu ersetzen, hält Swiss-Ski noch einmal fest, dass der Schweizer Skiverband die vom Organisationskomitee in Wengen beim Internationalen Sportgerichtshof CAS platzierte Forderung von zusätzlich jährlich 1 Million Franken nicht erfüllen kann und will. „Swiss-Ski bietet Hand, wir wollen auch künftig spektakuläre Lauberhornrennen vor einer einmaligen Bergkulisse, aber nicht um jeden Preis“, so Swiss-Ski Präsident Urs Lehmann.

Drei-Punkte-Rettungsplan von Swiss-Ski

Punkt 1: Optimierung der Vermarktung

Die Lauberhornrennen in Wengen sind mittlerweile ein Anlass mit einem Budget von sieben bis acht Millionen Franken, entsprechend muss auch die Organisation aufgestellt sein. „Was die technische Organisation betrifft, ist das OK in Wengen hervorragend, vielleicht sind sie diesbezüglich sogar die Besten der Welt. Auf der kommerziellen Seite gibt es aber Defizite. Das OK ist weder personell noch vom Gedankengut her stark genug aufgestellt, um den kommerziellen Herausforderungen alleine entgegentreten zu können“, so Urs Lehmann in einem Pressesendung von Swiss-Ski.

Punkt 2: Unterstützung durch die öffentliche Hand

Swiss-Ski hat in seinen Analysen herausgefunden, dass die Berner Weltcup-Veranstalter – also auch jene in Adelboden – von der öffentlichen Hand viel weniger unterstützt werden als die Veranstalter von Crans-Montana im Wallis und von Lenzerheide und St. Moritz in Graubünden. Der Deckungsgrad durch die Gemeinden und Kantone liegt dort zwischen 30 und 40 Prozent. Bei Wengen und Adelboden ist dies nicht der Fall, obwohl die gesetzliche Legitimation dafür seit 2018 vorhanden ist. Swiss-Ski ist der Ansicht, dass es im Rahmen einer Defizitgarantie bis zu einer bestimmten Summe auch im Kanton Bern möglich sein muss, dass die öffentliche Hand einspringt – dies, wenn Punkt 1 nicht greift, beispielsweise bei einer Rennabsage.

Punkt 3: Unterstützung durch Swiss-Ski

Sollten in einer ausserordentlichen Situation trotz Erfüllung der Punkte 1 und 2 noch immer finanzielle Mittel fehlen, ist Swiss-Ski bereit, mit zusätzlichen maximal etwa 100’000 Franken Hand zu bieten.

Als Teil der Gesamtlösung setzt Swiss-Ski noch zuschätzlich voraus, dass die vom OK Wengen beim Internationalen Sportgerichtshof CAS platzierte Forderung von jährlich 1 Million Franken hinfällig wird. Zudem muss das OK Wengen wieder in jenen Prozess mit den anderen Schweizer Weltcup-Veranstaltern einsteigen, bei welchem es um die Kostenoptimierung geht.

Quelle: Medienmitteilung Swiss-Ski

Foto: Agence Zoom

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Elina Kalela

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