Olympics

Marcel Hirscher wird Olympiasieger im Riesenslalom

PYEONGCHANG-GUN, SOUTH KOREA - FEBRUARY 18: @title@ during the Alpine Skiing Men's Giant Slalom at Yongpyong Alpine Centre on February 18, 2018 in Pyeongchang-gun, South Korea. (Photo by @photographer@)

APA, CT – Der Salzburger Skistar Marcel Hirscher hat bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang seine zweite Goldmedaille geholt. Der Sieger der Kombination gewann am Sonntag den Riesentorlauf überlegen vor dem Norweger Henrik Kristoffersen (+1,27). Bronze ging an den Franzosen Alexis Pinturault (+1,31). Hirscher, der nach dem ersten Durchgang überlegen vor Kristofferson und Leif Kristian Nestvold-Haugen geführt hatte, entschied das Rennen nach einem souveränen zweiten Durchgang vor sich. Kristofferson konnte sich nach einem zehnten Rang im ersten Durchgang beträchtlich steigern und erreichte mit Laufbestzeit im zweiten Lauf die Silbermedaille. Pinturault sicherte sich mit Rang drei seine zweite Medaille in Pyongchang.

Die Basis für seinen Sieg hatte Hirscher im ersten Lauf gelegt. Auf einem sehr gerade gesteckten Kurs, mit dem viele Fahrer ihre Schwierigkeiten hatten, fuhr Hirscher scheinbar mühelos einen Vorsprung von 63/100 Sekunden Vorsprung auf Pinturault heraus. Weitere 3/100 zurück war Leif-Kristian Nestvold-Haugen Dritter, der Norweger fiel letztlich aber noch auf Rang acht zurück (+2,19). Der viertplatzierte Südtiroler Riccardo Tonetti (0,75) fiel im zweiten Lauf aus.

Hirscher aber verwaltete den Vorsprung von 1,31 Sekunden auf Kristoffersen perfekt und büßte in Durchgang zwei nur vier Hundertstel auf den Norsker ein. Beim Jubel nach der Zieleinfahrt merkte man dann auch, dass ihm dieses Gold vielleicht noch mehr bedeutet als jenes in der Kombination. Die Tribünen waren auch deutlich besser gefüllt. „Es war sicher nicht so einfach“, meinte Hirscher. „Ich habe aber runtergedrückt das Gerät. Ich habe gewusst, es ist Alles oder Nichts.“ ÖSV-Herren-Cheftrainer Andreas Puelacher war von der Leistung seines Topmanns einmal mehr beeindruckt. „Er befindet sich in einer beneidenswerten Form und spielt das immer wieder aus. Er findet immer die Abstimmung“, sagte der Coach. „Man kann ihm nur gratulieren. Er hat wieder einmal zum richtigen Zeitpunkt alles ausgepackt.“

Der Sieger zeigte sich im Interview mehr als zufrieden. Seine Rechnung bei diesen Olympischen Spielen ist bisher voll aufgegangen. „Ob ich die Spannung beim Slalom noch so hochhalten kann, werden wir sehen“, meinte er. Auch Kristofferson strahlte ob seiner Silbermedaille über das ganze Gesicht. „Marcel ist momentan unschlagbar, für uns andere bleibt nur der Kampf um Silber und Bronze“, meinte er. Allerdings bedeute diese Medaille wohl den schönsten zweiten Rang in seiner Karriere. Er freue sich auf ein spannendes Rennen gegen Marcel Hirscher im Slalom.

Als bester Schweizer konnte sich Loic Meillard am Ende auf dem neunten Rang klassieren. Gino Caviezel wurde 15. und Luca Aerni belegte den 19. Rang. Justin Murisier schied bereits im den ersten Durchgang aus.
„Ich habe es probiert, den zweiten Lauf etwas direkter zu fahren ohne viel darüber nachzudenken. Ich hoffe, dass mir diese tolle Erfahrung auch im Slalom zugute kommen wird,“ sagte Meillard in TV Interview kurz nach Rennen. Luca Aerni war mit seinem Rennen sehr zufrieden: „Ich hab riskiert und es hat geklappt.“

Für die Österreichische Herren-Technik Mannschaft brachte die Sonntag hinter den Hirscher-Sieg mehrere Verletzungen:  Stefan Brennsteiner schied nach engagierter Fahrt und guter Zwischenstart in der unteren Hälfte aus. Beim 26-Jährigen besteht nach einer Erstuntersuchung im Krankenhaus in Pyeongchang der Verdacht auf Riss des Kreuzbandes im rechten Knie. Eine genaue Untersuchung soll nach der Rückkehr in Innsbruck erfolgen.

Der unsanfte Abgang im ersten Durchgang hatte auch bei Manuel Feller Spuren hinterlassen. „Der Tiroler rutschte noch über die Ziellinie, wurde disqualifiziert und klagte danach über Nacken- und Schulterschmerzen. Später stellte sich heraus, dass Feller ein Schleudertrauma an der Halswirbelsäule und eine Prellung der linken Schulter erlitten hat. „Ich hoffe, dass wir es bis zum Slalomtraining wieder hinkriegen.“

Hirschers Gold bedeutet Österreichs 19. Olympia-Medaille in olympischen Alpin-Riesentorläufen, die erste seit Gold und Bronze durch Benjamin Raich bzw. Hermann Maier 2006 in Turin. Titel hatten vor Hirscher außer Raich auch Toni Sailer 1956 in Cortina d’Ampezzo, Maier 1998 in Nagano und Stephan Eberharter 2002 in Salt Lake City geholt. In Pyeongchang 2018 hält die rot-weiß-rote Alpin-Abteilung nach sieben von elf Entscheidungen bei dreimal Gold und einmal Silber.

Ergebnis

Foto: Agence Zoom

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Redaktion skionline

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