Weltcup Herren

Matthias Mayer triumphiert auf der Streif

KITZBUEHEL, AUSTRIA - JANUARY 25 : Matthias Mayer of Austria competes during the Audi FIS Alpine Ski World Cup Men's Downhill on January 25, 2020 in Kitzbuehel Austria. (Photo by Alexis Boichard/Agence Zoom)

Matthias Mayer hat sich seinen großen Traum vom Sieg in der Hahnenkamm-Abfahrt erfüllt. Nachdem er sich am Vortag im noch mit Platz zwei arrangieren hatte müssen, war er am Samstag unschlagbar und raste in 1:55,59 Minuten die Streif hinunter. Für einen österreichischen Doppelsieg sorgte Vincent Kriechmayr, der wie der Schweizer Beat Feuz mit 0,22 Sekunden Rückstand auf den zweiten Platz fuhr.

Für den ÖSV war es der erste Kitz-Triumph in der Abfahrt seit der Fahrt von Hannes Reichelt 2014 und der erste Doppelsieg seit 2001, als Hermann Maier vor Hannes Trinkl und Stephan Eberharter seine einzige Kitz-Abfahrt gewann. Geschlagen waren andere Mitfavoriten wie der Franzose Johan Clarey, der 27 Hundertstel hinter Mayer nur der vierte Platz blieb, und Kjetil Jansrud. Der Norweger, der am Freitag im Super-G reüssiert hatte, reihte sich mit 0,67 Sekunden Rückstand als Sechster ein. Direkt hinter ihm war Ex-ÖSV-Läufer Romed Baumann (+0,83) bester Deutscher.

„Es gibt einfach nichts Geileres, als zwischen den tausenden Menschen da abzuschwingen und wieder in Führung zu sein“, freute sich Mayer, der zuvor auf der Streif nie besser als Achter gewesen war. „Alle haben gejubelt, alle haben aufgeschrien. Es freut mich einfach.“ Der Kärntner feierte seinen insgesamt achten Weltcup-Sieg, den vierten in der Abfahrt. In dieser Saison hat Mayer schon drei Rennen gewonnen – Lake Louise (Super-G) und Wengen (Kombination) waren vor Kitzbühel.

Damit ist der laufende in dieser Hinsicht schon jetzt der beste Weltcup-Winter für den 29-Jährigen. Im Gesamtweltcup liegt er aktuell nur acht Punkte hinter dem Norweger Aleksander Aamodt Kilde auf dem zweiten Platz. Ein Kitzbühel-Sieg für einen Abfahrer „gehört einfach dazu“, sagte Mayer, der dafür 100.000 Euro an Preisgeld kassierte. Im ORF-Interview freute er sich auch mit seinem Taufpaten, der in der Kärntner Heimat geblieben war. „Der feiert seinen 60er“, erklärte er.

Kriechmayr wollte „natürlich jetzt einmal zeigen, was ich draufhabe. Ich glaube, das ist mir ganz gut gelungen“. Wie der Oberösterreicher erklärte, habe er durch seinen sehr weiten Sprung über die Hausbergkante einiges an Zeit eingebüßt. „Ich habe dann nur mehr geschaut, dass ich rüberkomme, und das ist sich um genau den Meter nicht ausgegangen, sonst hätte ich ein bisserl mehr Tempo mitnehmen können.“ Im Ziel habe er gewusst, dass sein Teamkollege Mayer „super drauf“ sei, und gespürt, dass es für ihn selbst nicht reichen werde.

Feuz, der die Führung im Abfahrts-Weltcup behielt, meinte mit Blick auf die bis bisher an Heimsiegen reiche Saison: „Domme (Dominik Paris; Anm.) haben wir in Bormio siegen lassen, mich haben sie in Wengen siegen lassen, und den Mothl haben wir hier siegen lassen.“ Der Südtiroler Paris, der als Topfavorit gegolten hätte, hatte sich am Dienstag im Training einen Kreuzbandriss zugezogen. Feuz erläuterte, er habe den Steilhang und die Steilhang-Ausfahrt nicht gut genug erwischt, um gewinnen zu können.

Die übrigen Österreicher kamen nicht in die Top Ten. Max Franz (+1,07) belegte den 15. Platz, Daniel Danklmaier (1,34) wurde 17. Platz 20 war es am Ende für Christian Walder (1,58), Stefan Babinsky (32./2,40) und Johannes Kröll (37./2,84) verpassten die Punkteränge. Der Vorjahres-Dritte Otmar Striedinger rutschte in der Anfahrt zur Traverse ins Fangnetz, stand ohne Hilfe auf und fuhr selbst ins Ziel.

Bei flacher Sicht, da sich die Sonne hinter einer Wolkendecke zurückgezogen hatte, präsentierte sich die Piste, wie man es beim großen Klassiker kennt, unruhig. Schläge waren nicht mehr so leicht erkennbar wie im Training. Wegen der dadurch bedingten Stürze war die Abfahrt mehrmals kurz unterbrochen, das Rennen dürfte aber ohne schwere Verletzung über die Bühne gegangen sein.

In einem dramatischen Rennen präsentierte sich auch Carlo Janka sehr stark. Als zweitbester Schweizer hinter Feuz landete er auf dem zehnten Platz. Niels Hintermann zeigte vor allem im unteren Bereich der Strecke ab der Hausbergkante auf. Er verlor 1,15 Sekunden auf den Sieger Mayer und landete auf dem 16. Platz.

Gilles Roulin und Ralph Weber beendeten die Steif auf den Rängen 18 und 19. Nicht nach Wunsch verlief die Hahnenkamm-Abfahrt für den Bündner Mauro Caviezel. Wie schon in Wengen fand er die Ideallinie von Beginn an nicht wirklich und wurde am Ende 23. An seine gestrige Leistung vom Super-G konnte er damit nicht anschließen.

Quelle: APA
Foto: Agence Zoom

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Redaktion skionline

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