Weltcup Herren

Nach dem Streit um Wengen geht es jetzt um das Matterhorn

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Das Matterhorn ist zweifelsfrei das international bedeutsamste und bekannteste Wahrzeichen der Schweiz. Was sich schon in Form einer legendären Schokoladen-Kreation als süsse Verführung zeigt, ruft jetzt auch die Planer alpiner Abfahrtsstrecken auf den Plan. Und die Ansichten dazu sind denkbar verschieden.

Mit der Idee einer knapp fünf Kilometer langen Abfahrtsstrecke vom Kleinen Matterhorn über den Gletscher hinein ins italienische Aostatal wurde ein alpines Ski-Gedankenspiel bekannt, dass so reizvoll wie umstritten scheint. Es würde die längste Weltcup-Abfahrt entstehen, die aber trotz dieses Prädikats nicht nur auf wohlwollende Reaktionen stösst.

Zu langweilig, ohne wirkliche Attraktionen und auch von der Saison-Planung nicht ganz einfach in den Weltcup-Kalender zu integrieren. Das zumindest fasst die Meinung von Didier Défago zusammen, der als ehemaliger Abfahrts-Olympiasieger (2010) und mittlerweile freiberuflicher Pistenbauer schon die Grenzen einer solchen Streckenführung sehr kritisch sieht.

Dabei könnte doch die Matterhorn-Abfahrt auch ein schönes verbindendes Element zwischen den Weltcup-Nationen Schweiz und Italien sein. Zumal die Auseinandersetzungen um Wengen wohl nicht auf Dauer beendet sein werden. Vielleicht eröffnet das Projekt Matterhorn-Abfahrt doch noch ein Potential für ebenso abwechslungsreiche wie lange und dennoch spannende Rennen mit einem nationenübergreifenden Charakter. Sicherlich dürfte da noch einiges nachzuarbeiten sein, damit auch die berechtigten kritischen Stimmen etwas leiser werden.

Und selbst der grösste Kritiker des Projektes Didier Défago räumt ein: „Neue Ideen sind aber grundsätzlich immer gut.“ Und neue Ideen braucht der alpine Skisport aktuell sowieso. Das müssen ja nicht umstrittene Paralell-Rennen oder andere zweifelhafte Schnellschüsse sein.

 

 

Text: skionline

Quelle: NZZ, www.skiactu.ch

Bild: skionline

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Redaktion skionline

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