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Renate Götschl kandidiert als ÖSV-Präsidentin

Auf der Ebene der Spitzenfunktionäre könnte der alpine Skiweltcup im Laufe des Jahres deutlich weiblicher werden. Nachdem Sarah Lewis vor einiger Zeit ihre Kandidatur als Präsidentin des Internationalen Skiverbands (FIS) bekanntgegeben hatte, hat sich nun relativ überraschend auch eine Frau für das Präsidentenamt des Österreichischen Skiverbands (ÖSV) in Position gebracht. Es handelt sich dabei um alles andere als eine Unbekannte: Die 45jährige Renate Götschl wird sich um die Nachfolge Peter Schröcksnadels bewerben, der im Sommer als Präsident des mächtigen Skiverbands zurücktreten wird. Abfahrtsweltmeisterin gegen Abfahrtsweltmeister: so ist man geneigt zu sagen, angesichts der Tatsache, dass mit Götschl und ihrem wichtigsten Konkurrenten Michael Walchhofer nun zwei ehemalige Spitzenläufer gegeneinander antreten.

Dem ORF-Landesstudio Steiermark verriet die einst als „Speedqueen“ bekannte Götschl ihre Beweggründe für die Kandidatur. Schon im Herbst habe sie sich mit dem Gedanken gespielt, diesen dann aber mit Rücksicht auf ihre Familie wieder verworfen. Nun spüre sie aber, dass die Zeit reif sei für eine neue Herausforderung. Den steirischen Landesverband, bei dem sie seit längerem als Funktionärin tätig ist, und den ÖSV habe sie über ihre Entscheidung schon informiert, ebenso wie Peter Schröcksnadel. Ihre Familie trage die Entscheidung voll und ganz mit.

In ihrer langjährigen Karriere, die sie im Sommer 2009 beendet hatte, hatte die Rennläuferin zahlreiche Erfolge erzielt. Fünfmal siegte sie im Abfahrtsweltcup, darüber hinaus 1999/2000 auch im Gesamtweltcup. Mit 46 Weltcupsiegen zählt sie zu den erfolgreichsten Rennläuferinnen in der Geschichte des Weltcups. Ihre Spezialdisziplin war die Abfahrt, in der sie drei Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften gewinnen konnte. Ein Abfahrtsspezialist war auch Michael Walchhofer, dessen Erfolge in die gleiche Zeit wie jene Götschls fielen. An seinen Ambitionen um das Präsidentenamt ändere die Kandidatur der Steirerin nichts, ließ dieser verlauten.

Nachdem der Tiroler Michael Huber vor einiger Zeit von einer möglichen Kandidatur zurückgetreten war, läuft das Duell um das ÖSV-Präsidium wohl auf Götschl und Walchhofer hinaus. Angesichts des großen Einflusses, den der österreichische Skiverband auf internationaler Ebene hat, darf das Ergebnis mit Spannung erwartet werden.

 

Foto: steiermark.orf.at

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Redaktion skionline

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