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Roswitha Stadlober als erste Frau an der Spitze des ÖSV

Für den Österreichischen Skiverband kann der heutige Tag durchaus als historisch betrachtet werden. 116 Jahre nach seiner Gründung erhält diese im Skilauf bedeutende Institution heute erstmals eine Präsidentin an ihrer Spitze. Nach 22 Männern ist Roswitha Stadlober die erste Frau, welche die Geschicke des ÖSV in ihren Händen hat. Diese Funktion wird sie im Team wahrnehmen, in Abstimmung mit Finanzreferent Patrick Ortlieb und Geschäftsführer Christian Scherer. Als ehemalige Spitzenathletin kennt Stadlober den Rennsport von innen. Zudem war ihr Mann Alois einst Österreichs bekanntester Langläufer. Das familiäre sportliche Erbe wird derzeit von Tochter Teresa fortgeführt, die im Langlauf ebenfalls zur Weltspitze zählt.

Die 1963 in Radtstadt geborene Roswitha Steiner (so ihr Name vor der Verehelichung mit Alois Stadlober) war in den 1980er Jahren eine der führenden Athletinnen im Slalom. Ab 1983 feierte sie in dieser Disziplin acht Weltcupsiege. Zudem konnte sie zweimal die Disziplinenwertung für sich entscheiden und bei den Weltmeisterschaften 1987 die Silbermedaille gewinnen. Nach ihrer aktiven Karriere fand sie den Weg in die Politik, wobei sie unter anderem fünf Jahre Lang die ÖVP im Vorarlberger Landtag vertrat. Darüber hinaus startete sie eine Karriere als Funktionärin im ÖSV, wo sie lange Zeit zu den Stellvertreterinnen und Stellvertretern des langjährigen Präsidenten Peter Schröcksnadels zählte, als einzige Frau in dieser Runde.

Am Rande der Gala zur Wahl von Österreichs Sportlern des Jahres nahm Stadlober in einem ausführlichen Interview für die ORF-Sendung Zeit im Bild 2 zu ihrer neuen Aufgabe Stellung. Eigentlich habe sie sich nach dem – wie sie es nannte – „unwürdigen“ Spektakel um die Nachfolge Schröcksnadels als Funktionärin zurückziehen wollen. Nun hätten sich die Verhältnisse aber geändert und sie fühle sich stolz, als erste Präsidentin an der Spitze des traditionsreichen Verbands stehen zu dürfen. Dass sie dabei durchaus ein Role Model für Sportlerinnen ist, dessen ist sich die einstinge Rennläuferin vollkommen bewusst.

 

Foto: ÖSV

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Redaktion skionline

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