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Rücktritte im alpinen Skirennsport

Eine zu Ende gehende Saison ist jeweils auch eine Zeit der Abschiede vom alpinen Skirennsport. Bei den vergangenen Rennen in Kvitfjell, Lenzerheide und Flachau traten drei Rennläuferinnen und Rennläufer von der Bühne des alpinen Skirennsports ab, die über viele Jahre prägende Persönlichkeiten gewesen waren.

„Bei Kjetil Jansrud ist eine beeindruckende Karriere zu Ende gegangen. Wir haben seit 2010 wirklich sehr viele großartige Momente mit ihm erleben dürfen. Es ist natürlich schade, dass wir so einen Charakter verlieren“, betonte HEAD-Rennsportleiter Rainer Salzgeber anlässlich des Abschieds von Kjetil Jansrud, den dieser beim Heimrennen in Kvitfjell zelebrierte. Der Norweger war eine der prägenden Gestalten der vergangenen eineinhalb Jahrzehnte im Bereich der Speedrennen. Er bildetete gemeinsam mit Aksel Lund Svindal ein höchst erfolgreiches Duo, das in der Tradition von Kjetil Andre Aamodt und Lasse Kjus stand. Nach dem Rücktritt von Svindal bildete Jansrud mit Aleksander Aamodt Kilde ein ebenso prägendes Zweier-Team, das zahlreiche Siege verbuchen konnte.

Beim Super-G in Lenzerheide gab die Italienerin Francesca Marsaglia ihren Rücktritt bekannt und wurde dabei von ihren Teamkolleginnen gefeiert. „Wer hätte gedacht, dass ich vom Kolosseum aus in allen vier meiner Disziplinen Platzierungen in den Top 7 der Welt erreichen würde?“ meinte die aus Rom stammende Athletin. Wie ihr Bruder Matteo hatte sie es als „Flachländerin“ geschafft, in der Spitze des alpinen Skirennsports Fuß zu fassen. Ihren einzigen Podestplatz hatte sie im Dezember 2019 in Lake Louise erreicht. Sie habe das Glück gehabt, in der besten italienischen Mannschaft aller Zeiten zu fahren, meinte die Teamkollegin so erfolgreicher Läuferinnen wie Sofia Goggia und Federica Brignone im Rückblick auf ihre Karriere.

Eine besonders lange Karriere ging am vergangenen Mittwoch in Flachau zu Ende, jene des 39-jährigen Manfred Mölgg. Fast 20 Jahre lang hatte der Südtiroler Spitzensport auf höchstem Niveau betrieben und lange Jahre gemeinsam mit seiner Schwester Manuela ein erfolgreiches Geschwisterpaar gebildet. Der Technik-Spezilist hatte schon 2008 die kleine Kristallkugel im Slalom gewonnen. Dreimal stand er bei einem Weltcuprennen ganz oben auf dem Siegerpodest, dazu erreichte er mehr als 20 Podestplätze und drei Medaillen bei Alpinen Skiweltmeisterschaften. Auch mit weit über 30 Jahren war Mölgg noch in der absoluten Weltspitze mitgefahren. Sein Abschied in Flachau war sehr emotional, im Ziel wurde er von Fans, Teamkollegen und Konkurrenten mit „Manni“-Sprechchören gefeiert. In den sozialen Medien bedankte sich der Südtiroler für diese Wertschätzung.

 

Foto: Social Media Manfred Mölgg

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Redaktion skionline

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