Weltcup Herren

Schröcksnadel und Neureuther zweifeln am Sinn des Parallel-RS

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Der Parallel-Riesentorlauf, der mit seiner letzten Auflage in Chamonix für äusserst grosses Unbehagen gesorgt hat, erfährt zunehmend mehr Kritik. Mit in die Reihe der Kritiker begeben haben sich nun auch der österreichische Verbandspräsident Peter Schröcksnadel und die alpine Ski-Legende Felix Neureuther.

Damit formiert sich eine Front gegen den Parallel-Riesenslalom, die sich immer mehr und deutlicher zu ungemütlichen Gewitterfront gegen die Verantwortlichen der FIS formiert.

Auch wenn Peter Schröcksnadel noch vor zwei Jahren den Parallel-RTL als eine interessante Sache empfunden und dargestellt hat, sieht er nunmehr ein, dass hier die Bedingungen für die Athleten nicht fair und das Verletzungsrisiko viel zu hoch sind. Eine Kehrtwende in der Betrachtungsweise dürfte demnach nicht nur bei Österreichs Verbandschef, sondern schlussendlich auch bei der FIS möglich sein.

Mit harten Worten hat auch Felix Neureuther den Sinn oder besser den Unsinn des Parallel Riesentorlaufs umrissen. Gegenüber der „Krone“ lässt er in einem Interview verlauten: „Dieses ganze Parallel-Gedöns! Dass das Teil des Weltcups ist, das ist der grösste Schwachsinn aller Zeiten. Das hat nichts mit diesem Skisport zu tun, den wir lieben. Das muss weg vom Weltcup!“

Dabei liebäugelte auch Neureuther noch vor Kurzem mit den neuen Parallel-Disziplinen, hat sich wohl jetzt aber eines Besseren besonnen.

Grund für die immer härter werdenden Auseinandersetzungen mit der FIS bezüglich der Parallel-Rennen dürften in erster Linie im hohen Verletzungsrisiko aber auch in der Fragwürdigkeit der Fairness solcher Rennen sein. Gerade in Chamonix kam es nicht nur zu kritischen Situationen, sondern auch der Austragungsmodus auf parallel laufenden aber doch recht unterschiedlich beschaffenen Kursen wurde stark kritisiert.

Selbst der Gewinner des Parallel-Riesentorlaufs in Chamonix Loic Meillard konnte und wollte sich über den Sieg im zweifelhaften Rennen nicht so wirklich freuen. Warum sich die Verantwortlichen der FIS bislang selbst nicht zur Kritik äussern, bleibt ein Rätsel. Immerhin dürfte es auch dieser Institution letztlich um den Wert des alpinen Skisports gehen und weniger um spektakuläre Rennen, in denen die Sportler regelrecht zu Kanonenfutter erklärt werden.

Im Extremfall würden sich die Skiakrobaten sogar selbst einer Teilnahme an weiteren Parallel-Wettbewerben verweigern, wenn das Sterben der Vernunft so weitergeht. Aber dafür muss es wohl noch weitere Diskussionen oder noch mehr Verletzte geben, bis ein solcher Gedanke an Entscheidungsreife gewinnt.

 

Text: skionline

Quelle: APA, DPA

Bild: Agence Zoom

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Redaktion skionline

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