Olympics

Schweizer Doppelsieg in der Kombination der Damen

BEIJING, CHINA - FEBRUARY 17 : @title@ during the Olympic Games 2022, Women's Alpine Combined on February 17, 2022 in Yanqing China. (Photo by @photographer@)

Der letzte alpine Einzelbewerb der Olympischen Winterspiele in Peking war die heute ausgetragene Kombination der Damen. Dieser entwickelte sich zu einer Schweizer Angelegenheit, bei der die beiden Allrounderinnen Michelle Gisin und Wendy Holdener den Sieg unter sich ausmachten. Bei diesem eidgenössischen Duell konnte sich Gisin am Ende deutlich durchsetzen, ihr Vorsprung auf Holdener betrug am Ende beachtliche 1,05 Sekunden. An der dritten Stelle landete die Italienerin Federica Brignone (+1,85). Platz vier ging mit Ester Ledecka an eine der faszinierendsten Wintersportlerinnen der Gegenwart. Die Olympiasiegerin im Parallel-Snowboard stellte damit unter Beweis, dass sie auch im alpinen Skilauf zu den besten Allrounderinnen zählt. Die große Abwesende war die Slowakin Petra Vlhova, die bereits aus China abgereist ist.

Die tragische Figur des Rennens war einmal mehr Mikaela Shiffrin, deren Olympische Spiele in Peking sich damit endgültig zu einem persönlichen Desaster entwickelten. Nach der Abfahrt hatte die US-Amerikanerin mit Platz fünf als große Favoritin auf Gold gegolten. Im Slalom scheiterte sie jedoch auf dem von ihrem Trainer Mike Day gesetzten, anspruchsvollen Kurs schon nach wenigen Toren. Damit ereilte sie das gleiche Schicksal wie bereits im Spezialslalom und im Riesenslalom. Shiffrin war mit großen Erwartungen nach Peking gereist, nun besteht ihre letzte Chance auf eine Medaille im Teambewerb am Samstag.

Der Ausfall Shiffrins machte den Weg für die Schweizer Athletinnen endgültig frei. Michelle Gisin ist eine von nur sehr wenigen alpinen Skirennläuferinnen und -rennläufern, denen die Wiederholung eines Olympiasieges gelingen konnte. Vor vier Jahren hatte sie in Pyeongchang Gold in der Kombination vor Mikaela Shiffirin gewonnen. Die Bronzemedaille ging damals an Wendy Holdener, die heute ihre beeindruckende Medaillenbilanz bei Großereignissen erweitern konnte. Die Italienerin Federica Brignone zählt mit zwei Medaillen ebenfalls zu den großen Gewinnerinnen von Peking. Für die Schweiz sind die Winterspiele mit insgesamt fünf Goldmedaillen die bisher erfolgreichsten der Geschichte. Einzig Priska Nufer konnte sich am Erfolg heute nicht beteiligen, sie schied im Slalom aus.

Die drei für Österreich an den Start gegangenen Athletinnen beendeten die Kombination auf den Plätzen fünf bis sieben, lagen allerdings mit deutlichem Zeitabstand hinter den Medaillenrängen. Die beste Leistung zeigte Technik-Spezialistin Katharina Huber, die im Slalom ihre beiden Teamkolleginnen Christine Scheyer und Ramone Siebenhofer noch überholen konnte und Fünfte wurde. Scheyer war als Führende nach der Abfahrt in den Slalom gegangen, nahm den Rückfall allerdings gelassen. „Ich habe alles gegeben, aber für eine Speed-Läuferin war es sehr hart“, meinte die Vorarlbergerin.

Die Kombination ist der traditionsreichste aller olmpischen Bewerbe im alpinen Bereich. Bei der Olympia-Premiere des alpinen Skilaufs wurden 1936 in Garmisch-Partenkirchen nur in dieser Disziplin Medaillen vergeben. Dass sie nunmehr ein Auslaufmodell ist, wird durch die Tatsache unterstrichen, dass nur 15 Damen in der Ergebnisliste landeten. Bereits zur Abfahrt waren nur 26 Athletinnen angetreten. Inwiefern die Kombination eine Zukunft haben wird, werden Entscheidungen der FIS-Gremien in der Zukunft zeigen.

 

Foto: Agence Zoom

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Redaktion skionline

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