Weltcup_Damen

Sofia Goggia gewinnt Abfahrt in Crans Montana

CRANS MONTANA, SWITZERLAND - FEBRUARY 23: Sofia Goggia of Italy competes during the Audi FIS Alpine Ski World Cup Women's Downhill on February 23, 2019 in Crans Montana Switzerland. (Photo by Alain Grosclaude/Agence Zoom)

Die nach den zwei Trainingsbestzeiten als Topfavoritin in die Abfahrt von Crans-Montana gegangene Sofia Goggia hat sich am Samstag souverän auch den Rennsieg geholt. Die Italienerin setzte sich vor den Schweizerinnen Joana Hählen und Lara Gut-Behrami durch. Die Steirerin Nicole Schmidhofer wurde mit 0,52 Sekunden Rückstand Vierte und baute ihre Führung im Disziplinweltcup aus.

Das kuriose Rennen zog sich ungeplant immer mehr in die Länge, da es immer wieder Unterbrechungen gab, weil die Zeitnehmung ausgefallen waren. Das wegen der warmen Temperaturen und hoher Sonneneinstrahlung auf die Piste so früh angesetzte Rennen zog sich zäh wie ein Brei und dauerte 2:15 Stunden. Gleich nach Startnummer eins war das erste Mal unterbrochen worden. Mitfavoritin Stuhec stürzte nach einem weiten Sprung und krachte voll auf den Rücken, fuhr selbstständig ins Ziel ab, wurde wegen Knieschmerzen aber zur Untersuchung ins Krankenhaus von Sion gebracht. Die Aare-Weltmeisterin war erst diesen Winter nach einem Kreuzbandriss zurückgekehrt.

Infolge gab es mehrere Start-Stopps, als auch Lokalmatadorin Gut-Behrami ohne Zeit ins Ziel kam, buhte das Publikum bereits. In der Zwischenzeit wurde die Piste gesalzen, um die Bedingungen halbwegs fair zu halten. Topfavoritin Goggia ließ sich von den Unterbrechungen und ihrem viel späteren Rennstart nicht drausbringen und raste zum Sieg. „Ich bin nicht so gut wie im ersten Training gefahren, bin nicht so gut aus dem Starthaus gekommen“, gestand Goggia, die erleichtert war „wieder auf dem ersten Platz“ zurück zu sein.

Gleich zweimal musste die Jury rechnen, da es Unklarheiten mit der Regelauslegung bei Handstoppung gab. Im Laufe des Nachmittags ergab das nach Errechnung eines Koeffizienten für drei der vier Schweizerinnen eine Verbesserung. Schmidhofer wurde von Gut-Behrami überholt und rutschte als nun Vierte noch vom Podest, baute die Führung im Abfahrtsweltcup aber aus.

Für Goggia war es der insgesamt sechste Weltcupsieg ihrer Karriere, der erste Weltcupsieg seit elf Monaten und nach ihrem Knöchelbruch im Oktober. Nach Ende des Rennen wurde bekanntgegeben, dass alle Zeiten nochmals überprüft werden. Infolge wurde Gut-Behrami nachträglich Dritte und Schmidhofer rutschte vom Podest. Für Gut-Behrami bedeutete dies ein weiteres Anzeichen für die ansteigende Formkurve, die sich bereits bei der WM abgezeichnet hatte. Für die Tessinerin kommt dies allerdings reichlich spät.

Chaotisch war das Rennen vor allem wegen der technischen Probleme. Die Zeitmessung war mehrmals ausgefallen, kurioserweise nach vier Schweizer Läuferinnen. Betroffen waren Jasmine Flury, Joana Hählen, Lara Gut-Behrami und Priska Nufer, die alle mit einem „did not finish“ ins Ziel kamen, später aber eine Zeit erhielten. Wie diese zustandekam, war vorerst nicht bekannt.

Das Ergebnis ist im FIS-Liveticker nach wie vor inoffiziell, es scheinen aber bereits Änderungen auf. Der Rückstand von Hählen auf Goggia verringerte sich auf 0,36, Gut-Behrami ist neue Dritte (0,46) sowie Schmidhofer Vierte (0,52). Flury scheint nun als 7. auf (statt 9.) und Nufer als 12. (statt 13.).

Der Österreichische Skiverband legte gegen das offizielle Resultat der Damen-Abfahrt Protest ein. Der Protest wird allerdings nicht mehr an diesem Wochenende behandelt. Longines und Swiss Timing erklärten die Schwierigkeiten bei der Zeitnehmung damit, dass es Verbindungs-Probleme zwischen der an der Ziellinie installierten Infrastruktur und dem Zeitnehmungs-Raum gegeben habe. Deshalb habe die elektronische Zeitnehmung bei einigen Läuferinnen nicht ausgelöst. Man wolle sich dafür entschuldigen, hieß es in einer Stellungnahme.

Longines, der offizielle Partner und Zeitnehmer des Ski-Weltverbandes (FIS), und Swiss Timing, das für die Abwicklung vor Ort zuständig ist, seien derzeit mit der Untersuchung des Vorfalls beschäftigt. Bei den betroffenen Athletinnen sei ein händisches Backup-Zeitmessungssystem angewandt worden. Dass die Zeitnehmung gleich bei vier Schweizerinnen ausgefallen war, hatte FIS-Chef-Renndirektor Atle Skaardal als „ein dummer Zufall“ bezeichnet.

Quelle: APA

Foto: Agence Zoom

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Redaktion skionline

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