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Weltcup Herren-Slaloms finden doch nicht in Kitzbühel statt

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Auf Empfehlung der Bundesregierung und der Tiroler Landesregierung wird der ÖSV die zwei an diesem Wochenende geplanten Herren-Slaloms in Kitzbühel nach Flachau verlegen. Die beiden Slaloms werden nun am 16. und 17. Jänner statt Kitzbühel in Flachau stattfinden.

Die Tiroler Landesregierung möchte flächendeckende Testungen des Bezirkes Kitzbühel durchführen. Ziel ist es, Zeit zu gewinnen, um bis zum Wochenende den Sicherheitsstatus in der Region festzustellen und somit die Hahnenkammrennen – bestehend aus zwei Abfahrten und einem Super-G – am geplanten Wochenende von 22. bis 24. Jänner reibungslos durchzuführen.  „Die wohl abgewogene Entscheidung der Verantwortungsträger für Gesundheit von uns allen ist demütig anzunehmen und zu akzeptieren “ erzählte Michael Huber, der OK-Chef der Hahnenkamm-Rennen in eine Pressemitteilung aus Tirol.

Nur wenige Stunden nach der Bekanntgabe, dass die Wengen Slalom und Kitzbühel Slalom schon am kommenden Wochenende in Kitzbühel in Tirol stattfinden werden, wurde bekannt, dass es in Jochberg, nur wenige Kilometer von Kitzbühel entfernt, einen Korona-Hotspot gibt. Zufällig sind derzeit 38 Skilehrer, vorwiegend aus Großbritannien, offiziell zur Fortbildung in Jochberg bei Kitzbühel. In einem der drei Wohnheime, in denen sie untergebracht sind, wurde nun die neue Covid-Variante entdeckt. Mindestens haben sich bis jetzt 17 Menschen an der Mutation des Coronavirus angesteckt. Zahlreiche Briten, die als Skilehrer in Tirol arbeiten, hätten am 3. Januar erstmals Symptome gezeigt. Die Briten, die eine Prüfung als Skischulanwärter ablegen wollen, sind offenbar auf Betreiben eines örtlichen Skischul-Unternehmers in Österreich. Mittlerweile wurden auch in anderen Gemeinden in der Region Kitzbühel erste Infektionen mit der Covid-19 Mutation entdeckt. Die lokalen Gesundheitsbehörden arbeiten unter Hochdruck, um die Situation einigermaßen unter Kontrolle zu halten. In der Öffentlichkeit werden Stimmen laut, die fragen: Warum Skilehrer aus Großbritannien überhaupt einreisen hätten dürfen?

In zwischen hat auch die Schweiz nach wochenlangen Zögern ihre Corona-Maßnahmen deutlich verschärft. Die Bundespräsident Guy Parmelin erzählte am Mittwoch in Bern über die neue Maßnahmen: “ Von Montag an bleiben alle Geschäfte geschlossen, die keine Güter des täglichen Bedarfs verkaufen. Zudem müssen Arbeitgeber Homeoffice anordnen, wo immer dies möglich ist. An Privaten Veranstaltungen dürfen nur noch maximal 5 Personen teilnehmen.“ Zugleich verlängerte die Regierung die bestehende Maßnahmen um fünf Wochen. Damit bleiben Restaurants, Kulturbetriebe, Sportanlagen und Freizeiteinrichtungen bis Ende Februar zu. Schließung oder Öffnung der Skigebiete stellt die Regierung den Kantonen frei. Grund für die Verlängerung und neue Maßnahmen sei die Ausbreitung der neuen Covid-Virusvarianten. Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit meldete am Mittwoch 3001 neue Covid-Infektionen. Die 14-Tage index in der Schweiz liegt zur zeit bei 477 (in vergleich zu ca 300 in Deutschland zum Beispiel). Die Lauberhornrennen wurden erste am Montag kurz vor die erste Mannschaftführersitzsung in Wengen komplett abgesagt.

Ein Ende der zweiten Welle der Covid-Pandemie in Europa ist nicht absehbar. Trotz massiver Eindämmungsmaßnahmen in zunehmendem Umfang nimmt die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Virus nicht ab. Das Alltagsleben des größten Teils der Bevölkerung in Europa ist bereits seit Monaten stark beeinträchtigt. Eine Rennsportevent im Cup-Format zu veranstalten, bei der Hunderte von Personen häufig durch den Kontinent reisen müssen, ist wohl eines der ungeeignetsten Rennformate für Zeiten der Covid-Pandemien. Die Geschehnisse der letzten 5 Tage haben dies bewiesen. Um den Rest der Weltcup Rennsaison zu retten und einen einigermaßen vernünftigen Abschluss der Weltcup-Saison 2020-21 zu gewährleisten, ist es an der Zeit, etwas Resilienz zu zeigen. Überdenken Sie das Konzept. Stationieren Sie die Truppe an ein oder zwei geografischen Orten und überprüfen Sie die optimale Anzahl der noch zu absolvierenden Rennen. Nur so kann man die Fehler der letzten Saison nicht wiederholen und am Ende das totale Chaos vermeiden.

Quelle: Medienmitteilungen des ÖSVs, SZ, Schweizer Behörden

Foto: Agence Zoom

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Elina Kalela

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