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Wetter übernimmt Hauptrolle in Lenzerheide

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Das Pech mit dem Wetter setzt sich auch am Donnerstag in Lenzerheide fort. Die geplanten finalen Super-G-Rennen mussten abgesagt werden.

Anders als erwartet hielt der starke Schneefall über Nacht bis zum frühen Donnerstagmorgen an. Die Pisten waren mit Massen von feuchtem und schwerem Schnee bedeckt, der mit Maschinen abgeräumt werden musste. Zudem lag ein hartnäckiger Nebel über der Strecke, der die Sicht für Speed-Rennen zu gering machte. Auch der Reservestart befand sich mitten in der Nebelbank und konnte keine Abhilfe schaffen.

Die ursprünglich für 9:30 Uhr und 11 Uhr angesetzten Super-Gs wurden zunächst verschoben, um kurz nach 11 Uhr fiel dann die Entscheidung zur Absage.

Damit geht die kleine Kristallkugel bei den Herren zum ersten Mal an Vincent Kriechmayr. Der österreichische Weltmeister setzt sich letztlich mit 83 Punkten Vorsprung vor Marco Odermatt durch. Bei den Damen hatte sich Lara Gut-Behrami bereits vor dem Finale den Disziplinensieg gesichert.

Dass der Team-Event nicht gestrichen wurde, um beim Lenzerheide-Finale Platz für mindestens einen Speed-Event zu schaffen, hat bei verschiedenen Parteien in der Weltcup-Truppe für viel Ärger gesorgt. Die FIS-Regeln sind Cristal klar, es gibt keine Möglichkeit für Änderungen im täglichen Rennprogramm während der Finalwoche. Für die Zukunft muss das Reglement angepasst werden, wenn z.B. der Wunsch besteht, Speed-Rennen in den späteren Teil der Woche zu verlegen.

Die aktuellen Regeln, die zu einer totalen Streichung der Speed-Rennen in der Finalwoche in Lenzerheide führen, haben die Schweizer Skifahrer besonders hart getroffen. „Die FIS muss meiner Meinung nach das Reglement ändern, damit man beim Weltcupfinale das Team-Event streichen kann, um an diesem Tag im Notfall einen Einzelwettbewerb nachholen zu können“, schimpfte der Schweizer Alpin-Direktor Walter Reusser im „Blick“. Sowohl Odermatt als auch Gut-Behrami kämpften um den Gesamtsieg im Weltcup, haben aber durch das schlechte Wetter in Graubünden klar die besten Chancen verloren.

Es ist nicht das erste Mal in der Weltcup-Geschichte, dass die finalen Speed-Rennen wetterbedingt abgesagt werden müssen. Die FIS-Regel, die kurzfristige Änderungen des Rennprogramms in der Finalwoche verhindert, besteht seit Jahren. Da die Speed-Rennen bekanntlich wetterabhängig sind, bleibt es ein Rätsel, warum die Regeln noch nicht angepasst wurden? Was mag das ultimative Ziel dieser Strategie der FIS sein, die so systematisch die technischen Disziplinen gegenüber den Speed-Disziplinen fördert? Ob diese Aktion eine bewusste strategische Entscheidung in der langen Liste von Entscheidungen ist, die in die gleiche Richtung weisen oder nicht, sie legt auf jeden Fall einen weiteren Schritt auf dem Weg zum langsamen Verschwinden der Speed-Disziplinen aus dem alpinen Skirennsport frei.

Quelle: FIS, Blick

Foto: Agence Zoom

 

 

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Elina Kalela

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