Geschichte

Zum Tod von Olympiasiegerin Heidi Biebl

Ende letzter Woche verstarb die deutsche Skirennläuferin Heidi Biebl kurz nach der Vollendung ihres 80. Geburtstags. 1960 hatte sie Olympiagold in der Abfahrt von Squaw Valley gewonnen und war damit plötzlich zu einem Star des alpinen Skirennlaufs avanciert – im Alter von noch nicht einmal 20 Jahren. Ihren Weg zu Olympischem Gold dokumentierte sie ein Jahr später im Buch „Goldene Skispuren“.

Die aus Oberstaufen stammende Biebl widmete sich schon in jungen Jahren dem Skirennsport, dem sie alles andere unterordnete. Der Kurort im Allgäu bot in der Nachkriegszeit beste Voraussetzungen für eine Skikarriere, war hier doch die einstige Rennläuferin Christl Cranz als Skilehrerin tätig. So ist es nicht verwunderlich, dass mit Heidi Biebl und Barbara „Barbi“ Hennenberger zwei Medaillengewinnerinnen der Olympischen Winterspiele von 1960 aus Oberstaufen stammten. Die große Stunde Biebls schlug am 20. Februar 1960, als sie in den Vereinigten Staaten praktisch aus dem Nichts olympisches Gold gewann. Die Hymne bei der Siegerehrung habe sie nicht einmal gekannt, meinte sie später schmunzelnd.

Was sie bedauerte, war eine mangelnde Vermarktung ihres Erfolgs. Dies führte sie auch ihre Unerfahrenheit zurück. Von ihrer Skifirma bekam sie als Prämie eine Armbanduhr angeboten. Nachdem sie schon eine solche besaß, wurde ihr stattdessen der Führerschein bezahlt. Bei den Olympischen Winterspielen in Innsbruck erreichte sie 1964 zwei vierte Plätze. Mit dem DSV kam es in der Folge zu Zerwürfnissen, weshalb sie schon 1966 ihre Karriere beendete. Beruflich widmete sie sich in späteren Jahren ihrer Skischule und einem Hotelbetrieb in ihrem Heimatort. Sie war eine der ersten Expertinnen, die bei Fernsehübertraungen von Skirennen tätig war. In Oberstaufen ist sie nun verstorben, nachdem sie in den vergangenen Jahren immer mehr mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen gehabt hatte.

 

Foto: Skiclub Oberstaufen

 

 

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Redaktion skionline

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