Geschichte

Zum Tod von Traudl Hecher

Kurz nach dem einstigen deutschen Skistar Rosi Mittermaier verstarb mit Traudl Hecher eine weitere Skirennläuferin, die in der Vergangenheit für Furore gesorgt hatte. In den frühen 1960-er Jahren war die gebürtige Tirolerin eine der erfolgreichsten Läuferinnen der Welt. Die aus Schwaz stammende Athletin fand schon in jungen Jahren zum Skirennsport. Am Hausberg ihrer Heimatstadt erinnert das einst im Besitz der Familie stehende „Hecherhaus“ noch heute an die erfolgreiche Sportlerin.

Schon im Alter von 16 Jahren zählte Hecher zur absoluten Weltspitze. 1960 siegte sie in der Abfahrt und der Kombination der Hahnenkammrennen in Kitzbühel. Neben dem Skirennsport absolvierte sie die Handelsschule und arbeitete als Bürokraft bei ihrer Skifirma. Durch diese Erfolge schaffte sie die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Squaw Valley, wo sie in der Abfahrt die Bronzemedaille gewann. Damals war sie die jüngste Medaillengewinnerin der Geschichte. In den folgenden Jahren dominierte sie die internationalen Rennen, in denen sie rund 50 Siege feierte, darunter auch bei den letzten Hahnenkammrennen der Damen 1961. Bei den Olympischen Winterspielen in Innsbruck 1964 gewann sie erneut Bronze in der Abfahrt. Anschließend beendete sie im Alter von nur 24 Jahren ihre Karriere.

Nach ihrer Hochzeit mit Toni Görgl übersiedelte Traudl Hecher in die Steiermark. Sie wurde Mutter von drei Kindern, von denen zwei als Skirennläufer in ihre Fußstapfen traten. Stephan Görgl gewann in seiner Karriere zwei Weltcuprennen. Elisabeth Görgl erreichte sieben Weltcupsiege. Ihre große Stunde schlug bei der Weltmeisterschaft in Garmisch-Partenkirchen 2011 mit Gold in Abfahrt und Super-G. Im Jahr zuvor hatte sie in Vancouver zwei olympische Bronzemedaillen gewonnen – und es damit ihrer Mutter gleichgemacht.

Foto: Traudl Hecher (vorne links) bei einem Trainingskurs der ÖSV-Damen in Schruns (Foto: Vorarlberger Landesbibliothek)

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Redaktion skionline

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